Ads.txt – Advertising Fraud vermeiden und Budgets schützen

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Kategorie: Yield Management

In den nächsten Tagen beginnen Google und andere Vermarkter die Ads.txt-Kampagne umzusetzen. Publisher, die keine Ads.txt einsetzen, werden mittelfristig mit Umsatzeinbußen rechnen müssen und sollten deshalb jetzt schon reagieren.

Worum geht es bei der Ads.txt?

In den letzten Jahren hat Advertising Fraud, also Werbebetrug wie beispielsweise der Verkauf von Anzeigen unter einer Domain, die man nicht besitzt, an Brisanz gewonnen.

Die Financial Times (FT) hat erst kürzlich Nachforschungen im Bezug auf Ad Fraud angestellt und anschließend Seiten sperren lassen, die angaben, Werbeanzeigen-Positionen zur Vermarktung auf der Webseite der FT bereitzustellen. Stattdessen wurden die ursprünglich für die Website vorgesehenen Anzeigen auf anderen Seiten ausgespielt. Diese Seiten standen in keinerlei Zusammenhang mit der FT. Der dadurch hervorgerufene Verlust liegt laut heise.de bei 1.1 Millionen Euro – pro Monat.

Um genau diesem Problem entgegenzuwirken, wurde vom Interactive Advertising Bureau (IAB), einem internationalen Wirtschaftsverband der Onlinewerbebranche, eine Lösung gegen die betrügerischen Online Aktivitäten erarbeitet.

Diese ist unter der Initiative “Authorized Digital Sellers” oder kurz “Ads.txt” bekannt und wird von zahlreichen großen Vermarktern unterstützt.

Mit Hilfe der „Authorized Digital Sellers”-Datei soll dem Advertiser die Sicherheit gegeben werden, dass seine Anzeige auf der Seite erscheint, für die diese gebucht wurde. Budget Verluste durch Werbebetrug werden dadurch eliminiert.

Durch die Implementierung der ads.txt-Datei können Käufer feststellen, auf welcher Publisher-Domain sie bieten, ohne dabei Zweifel an der Echtheit des Inventars haben zu müssen. Damit schafft die neue Lösung der IAB zum einen Transparenz darüber, wer welche Anzeigeninhalte verkauft und ob sie rechtmäßig verkauft werden. Das steigert das Vertrauen der Inserenten in den Anzeigenbestand des rechtmäßigen Publishers.

Zum anderen bedeutet dies für Publisher eine höhere Sicherheit und geringere Einnahmeverluste in Bezug auf Ad Fraud, wodurch wiederum höhere eCPMs und Erträge generiert werden können.

Was ist die Ads.txt-Datei?

Es ist eine einfache Datei, in der vermerkt wird, welche Werbenetzwerke die Erlaubnis zur Vermarktung und Anzeigenschaltung von dem Publisher erhalten haben.

Sollte der Publisher sein Inventar über weitere Kanäle vermarkten, können diese problemlos ebenfalls in der ads.txt berücksichtigt werden.

Wie implementiert man die Ads.txt-Datei?

Hier ist der offizielle Einführungsleitfaden des Interactive Advertising Bureau:
IAB Tech Lab Ads. txt Spezifikation Version 1.0
Anweisungen von Google, egal ob AdSense, Ad Exchange oder DFP finden Sie auf dieser Seite.

Wie funktioniert die Erstellung einer Ads.txt-Datei?

Zunächst müssen alle notwendigen Informationen von den eigenen Vermarktern und Netzwerkpartnern, denen Sie Inventar für die Vermarktung zur Verfügung stellen, gesammelt werden. Die wichtigen Informationen sind folgende:

  • Der Domainname des Vermarktungsnetzwerks (Feld#1),
  • Die individuelle Publisher Account ID (Feld#2),
  • Die Account Einstufung DIRECT oder RESELLER (Feld#3),
  • optional: die Zertifizierungs-Account-ID für geprüfte Werbesysteme (Feld#4).

Damit wird jeweils eine Zeile pro autorisierten Partner mit bis zu vier Feldern angelegt: <Feld #1>, <FELD #2>, <FELD #3>, <FELD #4>

  • Feld 1 bis Feld 3 sind obligatorisch, Feld 4 ist optional.

Hier ist ein Beispiel, wie die gesammelten Informationen aussehen können:

google.com, pub-xxxxxxxxxxxxxxxx, DIRECT, f08c47fec0942fa0

oder

google.com, pub-xxxxxxxxxxxxxxxx, RESELLER, f08c47fec0942fa0

Was ist der Unterschied zwischen DIRECT und RESELLER?

DIRECT muss angegeben werden, wenn Ihnen die Webseite gehört und Sie z.B. einen eigenen AdSense Account haben, mit dem die Monetarisierung der Webseite abgewickelt wird.

RESELLER sind externe Vermarkter, mit denen Sie Ihr Inventar Ihrer Webseite zur Vermarktung bereitstellen. Daher sind wir, als MSO Digital, bei unseren Kunden als Reseller gelistet. Wir vermarkten das Inventar optimiert im Auftrag des Kunden, sind aber nicht Inhaber aller Domains.

Hier geht es zu weiterführenden Informationen und zur Anmeldung der MSO Digital AdExchange.

Anschließend muss die ads.txt-Datei, entsprechend der IAB Spezifikationen, mit dem Notepad oder einem anderen Werkzeug Ihres Vertrauens erstellt und als ads.txt-Datei abgespeichert werden. Die erstellte Datei wird dann im Rootverzeichnis Ihrer Domain hochgeladen.

Abschließend bitte alles nochmals prüfen. Wenn Sie Ihre eigene domain.de/ads.txt aufrufen, sollte es dann so ähnlich aussehen (natürlich mit den individuellen Daten und vermutlich mit weniger Vermarktern): dailymail.co.uk/ads.txt

Wenn alles überprüft und gegebenenfalls korrigiert ist, sind Sie fertig. Es kann dann bis zu 24 Stunden dauern, bis Ihre aktualisierten Anzeigendaten verarbeitet sind.

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