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Auswirkungen und Chancen der Corona Krise auf die PPC Kanäle – PPC News

Autor

Anastasia Frank
Anastasia Frank

Google und Facebook reagieren auf die Geldgier mancher Unternehmer mit Richtlinienänderungen und helfen zusätzlich KMU, die Umsatzeinbußen durch subventionierte Online Werbung wieder gut zu machen. Zusätzlich haben wir uns die Veränderung des Traffics auf den großen relevanten Kanälen angeschaut und zeigen eine Neuerung beim Google Keyword-Planer.

Richtlinienänderungen bei den großen PPC Werbeplattformen

Wie es vermutlich schon viele mitbekommen haben, gibt es nicht nur in Deutschland einen Engpass an verschiedenen medizinischen (und auch nicht medizinischen) Produkten. Da diese Situation aber im Vergleich zu üblichen Engpässen teilweise sehr dramatisch ist, sehen viele Unternehmer die Chance, kurzfristige Gewinne durch das Thema Corona zu erwirtschaften und nutzen so die Verunsicherung vieler Menschen aus.

Die großen Plattformen sehen sich jetzt in der Verantwortung, Maßnahmen gegen diese Machenschaften zu treffen. So versucht Google beispielsweise alle Fake-News zum Thema von der Plattform Youtube zu entfernen und stellt seriöse Quellen in den Vordergrund.

Aber sie gehen zudem einen Schritt weiter und unterbinden auch Werbemaßnahmen, die diese Unsicherheit ausnutzen möchten. So schreibt Google in ihrem Blog, dass sie zehntausende Anzeigen, die in Verbindung mit Corona geschaltet werden sollten, blockiert haben.

Suchmaschinen (Google und Bing)

Bei den zwei größten Suchmaschinen werden konkret Anzeigen abgelehnt, welche die Wörter Corona, Covid-19 etc. explizit in den Anzeigentexten und Bannern verwenden. Darüber hinaus schreibt Google, „die doppelte Bedeutung von Wörtern wie „Schutz“, „Check-up“, „Prävention“ oder „Virus“ kann in Anzeigen problematisch sein. Bei internationalen Kampagnen sollten lokal im Zusammenhang mit COVID-19 verwendete Begriffe und regionale Geschehnisse berücksichtigt werden“.  Zum Google-Artikel

Somit muss bei der Gestaltung der Anzeigen auch unbedingt darauf geachtet werden, dass die Werbebotschaft nicht missverstanden werden kann, da sonst mit einer Ablehnung zu rechnen ist.

Bei Microsoft wird ähnlich gehandelt und bei den meisten Keywords zu dem Thema Coronavirus werden keine Suchanzeigen bzw. Shopping-Anzeigen geschaltet.

Facebook

Im Facebook Universum wird ähnlich gehandelt. Facebook nennt das Problem auch beim Namen: “Yesterday we put a new policy into effect to protect people from those trying to exploit this emergency for financial gain. This means we are now prohibiting ads for products that refer to the coronavirus in ways intended to create a panic or imply that their products guarantee a cure or prevent people from contracting it.”. Teilweise werden auch ganze Werbekonten gesperrt, wenn sich die Verstöße häufen. Facebook macht in den Richtlinien auch sehr deutlich, welche Produkte nicht mehr beworben werden dürfen:  “Prohibiting exploitative tactics in ads and banning ads for medical face masks, hand sanitizer, disinfecting wipes and COVID-19 test kits”. Somit muss auch bei Facebook/ Instagram sehr darauf geachtet werden, welche Wörter in den Anzeigen genutzt werden.

Big Player unterstützen die Werbetreibenden

Unternehmen aller Größenordnungen sind weltweit von den vorübergehenden Schließungen ihrer Geschäfte und Ladenlokale durch die Corona-Krise betroffen. Die großen Plattformen (allen voran Google & Facebook) wollen insbesondere den kleinen und mittelständischen Unternehmen, die es außergewöhnlich hart getroffen hat, mit Zuschüssen unter die Arme greifen.

Facebook stärkt Kleinunternehmen den Werbe-Rücken

So kündigte Facebook vor kurzem an, über das Zuschussprogramm für Kleinunternehmen akute finanzielle Unterstützung in Form von Werbegutschriften und Zuschüssen i.H.v. 100 Millionen USD bereitzustellen. Auf diesem Weg will Facebook bis zu 30.000 Unternehmen in 30 Ländern unter die Arme greifen und deren Online Marketing Bestrebungen stärken. Voraussetzung für den Erhalt des Zuschusses ist,

  • dass das Kleinunternehmen zwischen 2 und 50 Mitarbeiter hat,
  • bereits länger als 12 Monate besteht
  • und Einbußen durch den Ausbruch des Coronavirus (COVID-19) verzeichnet.

Interessierte Unternehmen können sich auf dieser Seite registrieren und erhalten per Mail weitere Informationen seitens Facebook. Neben der finanziellen Unterstützung hat Facebook einen Ressourcen-Hub mit Tipps & Leitfäden erstellt, der Unternehmen durch die Krisenzeit helfen soll.

Google stellt 800 Millionen US-Dollar im Kampf gegen Corona bereit

Auch Google will in der Krisenzeit besonders kleinen und mittelständischen Unternehmen helfen. CEO Sundar Pichai kündigte in einem außerordentlichen Blogbeitrag Googles Unterstützung in Form eines Paketes über 800 Millionen US Dollar für KMUs sowie Organisationen an, die sich aktiv gegen die Ausbreitung des Coronavirus einsetzen.

Aus dem Hilfspaket werden Werbegutschriften in Höhe von 340 Millionen US-Dollar direkt an kleine und mittelständische Unternehmen ausgegeben. Die Gutschriften sollen Werbetreibende mit einem bestehenden Google Ads Werbekonto in den kommenden Monaten in ihren Accounts finden. Das Guthaben kann bis zum 31. Dezember 2020 genutzt werden, bevor es verfällt.

Die einzige Voraussetzung, die Google für die Zuwendungen angibt, ist ein seit mindestens Anfang 2019 aktives Google Ads Werbekonto. So möchte man wohl einerseits eine Welle von Neuanmeldungen zur Nutzung dieser Gutschriften verhindern und auf der anderen Seite die bestehenden Partnerschaften mit Werbetreibenden stärken. Weitere Informationen hat Google in diesem Artikel kompakt zusammengefasst.

Weitere spannende Unterstützungsangebote von idealo, Shopware & ePages

Neben den ganz großen Playern im Online Marketing bieten beispielsweise auch das Preisvergleichsportal idealo und die Shop-Softwares Shopware & ePages Ihre Dienstleistungen für die Dauer die Geschäftsschließungen kostenfrei an. So können Händler, deren Geschäfte (hoffentlich vorübergehend) geschlossen bleiben muss, aktuell provisionsfrei am Idealo-Preisvergleichsprogramm teilnehmen oder die Dienste von Shopware bzw. ePages für 3 Monate kostenfrei nutzen.

Mehr Informationen findet ihr auf den folgenden Seiten: idealo Starthilfe – Shopware Cares – ePages stayopen

Web-Traffic steigt deutlich an

Neben den Unternehmen sind natürlich auch die Verbraucher und mit ihnen das Such- und Kaufverhalten von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen. Nicht nur der E-Commerce erfreut sich hoher Transaktionszahlen durch geschlossene lokale Geschäfte. Meeting-Plattformen gehören in Zeiten von Social Distancing zudem zu den großen Web-Traffic Gewinnern. Im Grunde wurde ein großer Teil des Lebens für viele Nutzer ins Internet und auf die dortigen Plattformen verschoben.

Neben den zu beklagenden Einbußen, die Unternehmen derzeit hinnehmen müssen, bietet die aktuelle Situation für Werbetreibende und Agenturen daher auch Neuerungen. Seien es online ganz neu nachgefragte Bedürfnisse aber auch deutliche Veränderungen im Nutzerverhalten oder die verstärkte Nutzung ganz bestimmter Kanäle. Um diesen Phänomenen auf die Spur zu kommen, werfen wir einen Blick auf zwei spannende Entwicklungen und die Erkenntnisse, die Unternehmen und Agenturen daraus ziehen können.

Zurück an den PC?

Einem Bericht der New York Times vom 07.04.2020 zufolge, nehmen vor allem die Besuchszahlen der populärsten Anlaufstellen online an stationären Geräten deutlich zu, während die Nutzung per App sich nicht gravierend verändert

Auch hierzulande beeinflussen Home Office und Social Distancing den Tagesablauf, sodass der Trend, bei Produktsuchen, Käufen oder einfach beim Browsen vom kleinen Smartphone-Bildschirm auf Notebook, PC oder Tablet umzusteigen auch für deutsche Werbetreibenden und Agenturen spannend sein dürfte.

Erkenntnis für Werbetreibende: Es sollten aktuell die Ausrichtungen auf bestimmte Geräte, wie beispielsweise negative Gebotsanpassungen für Desktop-Geräte zumindest auf die Probe gestellt werden. Auch ganze Kampagnen, die zu einem früheren Zeitpunkt aufgrund fehlender Performance eingespart wurden, können in diesem Zusammenhang und für die Zeit der geltenden Einschränkungen im öffentlichen Leben in einem neuen Licht betrachtet werden.

Reddit erlebt großen Nutzer-Zulauf

Man hört und liest es überall. Viele Menschen wissen aktuell nicht, was sie Sinnvolles mit ihrer Zeit anfangen sollen. Zahlen wie die der New York Times zeigen, dass der reine Zeitvertreib, sei es über YouTube, Netflix oder Facebook, deutlich zugenommen hat. Ein weiteres Beispiel für eine solche Entwicklung ist Reddit.

Bereits in 2019 konnte die Social Media Plattform einen deutlichen Anstieg der Besucherzahlen um 30% gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Ein Großteil der Zugriffe (über 50%) kommt nach Angaben von Reddit aus den USA. Der Traffic aus Deutschland macht zwar in der Gesamtstatistik bisher mit „nur“ 3 Prozent einen vergleichsweise kleinen Anteil aus. Diese 3 Prozent entsprechen grob umgerechnet auf die 390 Mio. aktiven Nutzer dennoch 12 Mio. Nutzern aus Deutschland. Zur Mitte des vergangenen Monats vermeldete Reddit rapide steigende Zugriffszahlen (20-50%) für viele seiner Subreddits.

Erkenntnis für Werbetreibende: Die Unterteilung in themenbezogene Communities (eben jene Subreddits) macht das Targeting auf Reddit für Unternehmen und Agenturen zu einem spannenden Thema, welches die Online Marketing Kampagnen allgemein und ganz akut besonders aufgrund der momentanen Umstände, um einen spannenden Kanal ergänzen könnte.

Neuerungen bei Google Ads: Zusätzliches Feature für den Keyword-Planer

Zu guter Letzt möchten wir euch noch einmal eine Neuerung beim Keyword-Planer von Google vorstellen, welche die Keyword-Recherche deutlich effizienter machen kann.

Ähnlich wie es manche schon vom Semrush Magic Keyword Tool kennen, gruppiert nun auch das Keyword-Recherche Tool von Google die Keywords. Google geht dabei aber noch einen Schritt weiter und gruppiert nicht nur die Keywords, welche denselben Begriff wie eine bestimmte Marke beinhalten, sondern clustert die Begriffe zu Oberbegriffen zusammen. So werden bspw. bei der Eingabe “Schuhe kaufen” vier verschiedene Oberbegriffe erkannt (Siehe auf dem Bild rechts unter “Keywords optimieren”). Momentan befindet sich diese Funktion noch in der Beta und ist noch nicht für alle Google Ads Konten verfügbar.

Die Bedienung der neuen Funktion läuft wie folgt ab: Wenn man einen Oberbegriff öffnet, kommen noch weitere feinere Oberbegriffe, die einzeln oder gemeinsam aus den Vorschlägen entfernt werden können. So hat man die Möglichkeit, alle Brands, die man in der Regel bei der SEA Keyword-Recherche auslassen möchte, zu entfernen.

Das ermöglicht einem, sich die gewünschten Kombinationen sehr schnell zusammenzuklicken und man erhält gleichzeitig auch einen gewissen Überblick, in welchem Kontext die eingegebenen Keywords häufig gesucht werden.Noch viel besser als zur eigentlichen Keyword-Recherche, eignet sich die neue Funktion um eine Liste mit auszuschließenden Keywords zu erstellen. Das ist dann besonders wichtig, wenn das eigene Google Ads/ Microsoft Ads Konto nicht nur mit Exakt-Typ Keywords geführt wird. Zwar gibt es im Netz haufenweise Listen mit Begriffen wie “kostenlos” etc., von denen man sich eine niedrige Conversion-Rate verspricht, zusätzlich sollten aber auch individuelle Negative-Typ Keywords verwendet werden.

Vor allem die Marken der Wettbewerber sollten ausgeschlossen werden, wenn hohe CPCs und möglicherweise verärgerte Konkurrenten vermieden werden sollen. Ob es eine gute Idee ist, Einzelhändler auch auszuschließen, ist von Fall zu Fall zu entscheiden. In manchen Branchen ist es durchaus sinnvoll, auch Keywords für die Einzelhändler einzubuchen. So könnten bspw. Nutzer vom eigenen Onlineshop überzeugt werden, falls diese ihn noch nicht kennen. Vor allem zur jetzigen Zeit, in der einige lokale Einzelhändler ihre Türen vorübergehend schließen mussten.

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