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Von TCF 2.0 zu TCF 2.1 – Was es mit dem Update auf TCF 2.1 auf sich hat

Autor

Sven Bulk
Sven Bulk
Im April 2020 haben wir bereits mit dem TCF 2.0 über ein wichtiges Update in der digitalen Werbebranche berichtet. Nun steht, seitens des International Advertising Bureau Europe (IAB), mit dem Transparency and Consent Framework 2.1 eine erneute Weiterentwicklung an, die ein paar wissenswerte Änderungen für Publisher:innen, Advertiser:innen sowie AdTec-Anbieter:innen mit sich bringt.

Rückblick – Was ist das TCF 2.0 genau?

Das Transparency and Consent Framework (kurz TCF) ist ein vom International Advertising Bureau Europe (IAB) eingeführtes Framework, welches einen technischen Standard für die Abfrage und Übermittlung von Nutzereinwilligungen im digitalen Marketing schafft. Auf diesem Wege wird es sowohl Publisher:innen, Advertiser:innen, als auch AdTech-Anbieter:innen ermöglicht auch weiterhin personalisierte Werbung auszuliefern und dabei trotzdem DSGVO konform zu agieren.

Eingeführt wurde es erstmalig im März 2018 in einer Version 1.1. Diese wurde im Juli 2020 ganzheitlich durch das umfangreiche Update auf die Version TCF 2.0 ersetzt. Dabei wurden insb. die folgenden Funktionen hinzugefügt:

  • Die CMP verfügt jetzt über deutlich mehr verschiedene Verwendungszwecke (Purposes). Um die 1st-Layer Message jedoch möglichst übersichtlich zu halten und keine unnötige Verwirrung bei den Nutzer:innen zu verursachen, hat der IAB sog. Stacks definiert, welche die verschiedenen Purposes in einzelnen Gruppen zusammenfasst.
  • Es wurden Special Purposes definiert. Hierbei handelt es sich um Verwendungszwecke, welchen die Nutzer:innen aus z.B. sicherheitstechnischen Gründen nicht widersprechen können.
  • Zusätzlich wurden zwei Special Features eingeführt. Möchten die Publisher:innen oder die Advertiser:innen beispielsweise den genauen Standort der Nutzer:innen verwenden, so muss zunächst ein zusätzlicher Consent eingeholt werden.
  • Für mobile Apps wurden konkrete Informationen zur standardisierten Speicherung von Cookie Consent festgelegt.
  • Es wurde ein besonderer Fokus auf das “legitimierte Interesse” gelegt. Vendoren haben hierdurch die Möglichkeit, ihre Purposes nach berechtigtem Interesse standardmäßig zu aktivieren, sofern dieses der Rechtsordnung nicht widerspricht. Die Nutzer:innen haben nun jedoch die Möglichkeit dieses zu widerrufen.
Das TCF 2.0 bietet somit sowohl für die Publisher:innen, als auch für die Nutzer:innen einige Vorteile. Die Publisher:innen verfügen durch das Update über eine bessere Flexibilität und Kontrolle bei der Zusammenarbeit mit ihren Technologie Anbietern. Die Nutzer:innen profitieren vor allem durch detaillierte Informationen und mehr individuellere Einstellungsmöglichkeiten.

Das IAB Transparency and Consent Framework v2.0

Weitere Informationen zur TCF 2.0 findest Du in unserem Blogbeitrag.

Hintergründe zum Update

Vorangetrieben wurde das Thema TCF 2.0 vor allem durch das Planet49 Urteil. Bei Planet49 handelt es sich um ein deutsches Glücksspiel Unternehmen, welches 2013 eine Online Lotterie veranstaltete. Das dazugehörige Anmeldeformular beinhaltete ein Kästchen zur Verwendung von Cookies. Die Anmeldung am Losverfahren konnte zwar von den Nutzer:innen auch ohne diese Auswahl stattfinden, jedoch musste dafür das Häkchen manuell entfernt werden.

In diesem Zusammenhang entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) 2019, dass vorab angekreuzte Auswahlfelder, welche eine implizite Zustimmung benötigen, zukünftig nicht mehr als gültig gewertet werden dürfen. Der EuGH beschloss, dass diese durch Untätigkeit der Nutzer:innen entstandene Opt-In Maßnahmen nicht den Vorstellungen der Datenschutzrichtlinien und der DSGVO (englisch: GDPR) entspräche und zukünftig eine gültige Zustimmung in Form einer positiven, expliziten und aktiven Maßnahme der Nutzer:innen erfolgen muss.

Zusätzlich führte der EuGH verschiedene Anforderungen ein, um den Nutzer:innen genauer über die Details der auf ihren Geräten gespeicherten Cookies zu informieren. Diese beinhalten beispielsweise eine Auflistung der Drittanbieter, welche Zugriff auf die Daten haben sowie die Lebensdauer der verwendeten Cookies.

Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick

Durch die Einführung der TCF Version 2.0 im Sommer 2020 sorgte der IAB bereits für klare Strukturen, um die erforderlichen Rechtsprechungen aus dem Planet49 Urteil bestmöglich erfüllen zu können.

Mit dem TCF 2.1 Update wurden ergänzend hierzu verschiedene Erweiterungen eingeführt, welche seit dem 31. Januar 2021 zu beachten sind. Die Änderungen beziehen sich hierbei weniger auf die Publisher:innen selbst, sondern vielmehr verstärkt auf die Ausweispflicht der Vendoren und CMPs selbst.

TCF 2.1 – Header Grafik
Das Update enthält aktualisierte technische Spezifikationen zur Offenlegung der Speicherung von Daten auf dem Endgerät der Nutzer:innen sowie zu den entsprechenden Zugriffen auf diese durch die Partner:

So sind die Vendoren, bzw Anbieter angewiesen:

  • die maximale Speicherdauer ihrer Cookies auf den Endgeräten der Nutzer:innen anzugeben
  • zudem müssen die Vendoren angeben, ob sie weitere Speicher- und Zugriffsmittel verwenden, bei denen es sich um keine direkten Cookies handelt

In diesem Zusammenhang liegt es bei den CMPs:

  • die Informationen der Vendoren über die maximale Speicherdauer
  • sowie über die weiteren Nicht-Cookie Methoden der Vendoren in der CMP auszuweisen
  • Zudem muss die CMP weitere detaillierte Informationen zur Datenspeicherung und zum Zugriff der Vendoren offenlegen, sofern diese vom Anbieter bereitgestellt werden

Wie stelle ich auf TCF 2.1 um?

Anders als bei der Umstellung von der TCF v1 auf TCF v2.0 müssen Publisher:innen beim Update auf die Version 2.1 nur sehr wenige bis keine Änderungen eigenständig vornehmen. Abhängig vom Anbieter der CMP beläuft sich der Aufwand für die Publisher:innen für Web und AMP Webseiten auf das erneute Abspeichern der Vendoren, über die Aktualisierung der First-Layer Message und der Second-Layer Message, bis hin zum Aktualisieren des Integrations-Skriptes. Es ist also kein zeitintensives Konfigurieren und Zusammensuchen der Informationen notwendig, da die notwendigen Informationen vom CMP Anbieter sowie den Vendoren selbst übermittelt werden müssen.
Damit die Version 2.1 des TCF auch für Apps verwendet werden kann, benötigt der Großteil der Anbieter ein Update der Android und iOS SDKs.

Was bedeutet dies nun zusammengefasst?

Alles in allem schien eine neue Version des TCF mit weiteren Spezifikationen nur wenige Monate nach Einführung des TCF 2.0 für viele Publisher:innen zunächst nicht nachvollziehbar und abschreckend. Betrachtet man jedoch die Beweggründe zu den aufgezeigten Änderungen, erkennt man schnell, dass die Version 2.1 des Transparency and Consent Frameworks des IABs durchaus seine Existenzberechtigung hat.
Durch die neuen Regelungen wird den Nutzer:innen eine noch höhere Transparenz zu den verwendeten Speicher- und Zugriffsmethoden von Drittanbietern ermöglicht. Ein Nachteil entsteht für die Publisher:innen hierdurch zunächst nicht. Ebenso hält sich der Integrationsaufwand von Anbieter zu Anbieter der CMP stark in Grenzen, da ein Upgrade auf die Version 2.1 i.d.R. mit nur wenigen Klicks möglich ist.
Einzig für Publisher:innen, die sich entschieden haben eine eigene CMP zu entwickeln, bedeutet dies einen entsprechenden Mehraufwand, um auch weiterhin den Richtlinien des IAB als zertifizierte Consent Management Plattform zu erfüllen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich bei TCF 2.1 zwar nur um ein kleines aber durchaus wichtiges Update handelt, welches den Datenfluss innerhalb des Word Wide Webs für alle Beteiligten noch klarer dokumentiert.

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