CeBIT 2014: weniger Kommerz, mehr eCommerce

Kategorie: Veranstaltungen


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Bildquelle: www.cebit.de

CeBIT in Hannover, das bedeutete in den vergangenen Jahren vor allem spektakuläre Stände der Branchenriesen aus Informatik und Unterhaltungselektronik. So schoben sich insbesondere an den Wochenendtagen mit unzähligen Giveaways bepackte Privatbesucher über das Messegelände. Die Zielgruppe End-User war vor allem bei Hardware Herstellern oder Spieleentwicklern begehrt.

Die CeBIT 2014 sollte anders sein. Erstmals als reine Fachbesuchermesse angelegt verwehrte sie beispielsweise Jugendlichen unter 16 Jahren den Einlass an Werktagen. Bemerkenswert, da die Ausstellung Anno 2014 lediglich noch von Montag, 10. März bis Freitag, 14. März, stattfand. Die CeBit war dieses Jahr spezialisierter auf den Bereich B2B, auf relevante Entwicklungen und wichtige Fragestellungen im Bereich der Datenverarbeitung. Deshalb verzichteten viele global Player auf einen Messestand. Firmen wie Google, Apple oder Facebook suchte man vergebens. Lediglich Microsoft, SAP und die Telekom bewahren durch pompöse Messebauten noch etwas vom Glamour der vergangenen Jahre.

Datability = Big Data + Sustainability + Responsibility

Das Leitthema der Messe in diesem Jahr war Datability. Dieser Kunstbegriff soll die Kombination aus Big Data, Sustainability und Responsibility beschreiben. Gemeint ist also der nachhaltige und verantwortungsvolle Umgang mit gesammelten Daten.

Datability fand sich daher auch in den Konferenzen der CeBIT wieder, die mit Titeln wie „Business Intelligence“, „Customer Relationship Management“, „Enterprise Ressource Planning“, „Open Source“ und „Security“ das Fachpublikum zum Zuhören und Diskutieren einluden. Richtig eng wurde es in den Hallen jedoch lediglich bei den Auftritten namhafter Speaker wie Steve Wozniak (Apple), Jimmy Wales (Wikipedia) oder Eugene Kaspersky (Kaspersky Lab).

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How Do You CRM? Eine der großen Fragen der CeBIT 2014

CRM & eCommerce: Startup und Weltmarktführer Seite an Seite

Nicht zu übersehen war das große Interesse von Firmen aus den Bereichen CRM und eComemrce an der diesjährigen CeBIT. Während sich Global Player wie SAP oder Salesforce auf eigenen großen Messeständen präsentierten, gab es vor allem auf den zahlreichen Verbundständen vielversprechende Neuerungen zu sehen. Auf diesen meist sehr großflächigen Ständen präsentieren sich kleinere Unternehmen und Startups. Gefördert durch Interessensgemeinschaften, Firmenverbänden oder Regionen entstehen hier oft die interessantesten Kontakte und Gespräche. Beispielsweise im eCommerce Park in Halle 6, der von eCommercefinder.com betrieben wurde. Hier ließen sich vor allem Erweiterungen zu weit verbreiteten Shop-Systemen wie Magento, Shopware oder Intershop entdecken. Plugins zur Datenanalyse, Anpassungen für internationale Märkte oder Schnittstellen zu weiteren Software-Tools, insbesondere zur Warenauslieferung auf der letzten Meile: es wird extrem spannend zu beobachten sein, welche dieser Technologien bestehen können, welche ggf. von größeren Firmen geschluckt werden und welche verschwinden.

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eCommerce Park in Halle 6

Ein weiteres hochinteressantes Projekt fand sich mit Code_n in Halle 16. Zahlreiche Startups präsentieren sich hier rund um die Themen Big Data & CRM. Code_n fördert Startups und bietet ihnen insbesondere die Möglichkeit, sich und ihre Produkte einem breiten Publikum zu präsentieren. Getragen wird Code_n unter anderem von Salesforce, Google, Dassault Systemes, der CeBIT selbst, sowie EY. Überragendes Thema auf diesem Stand war die Echtzeitanalyse und Visualisierung großer Datenmengen. Dashboards, Performance Analyse Algorithmen, aber auch moderne Trackingverfahren für Personen boten hier allerhand Anregung für Auge und Ohr.

Fazit

Die CeBIT hat sich zu einer reinen Fachbesucher-Messe gewandelt und diese Wandlung tut der Veranstaltung sehr gut. Die Anzahl der Giveaway-Jäger hat sich dramatisch reduziert und aufgrund der geringen Ausbeute fand sich dieses Klientel in diesem Jahr vor allem in den Grünanlagen der Messe wieder, um in der Frühlingssonne zu verweilen.
Für den Fachbesucher boten sich insbesondere auf Grund der zahlreichen Startups und der Verbundstände deutlich bessere Möglichkeiten, um Informationen zu erhalten, Diskussionen zu führen und auf neue Technologien aufmerksam zu werden, die einen die großen Suchmaschinen bisher verschwiegen hatten.

Das Leitthema Datability hätte im Zuge der Snowden-Enthüllungen sicher zu viel anregender Diskussion führen können. Leider standen hier vor allem das Sammeln, Speichern und Verarbeiten großer Datenmengen im Vordergrund, weniger aber der künftige Umgang mit diesen Daten und der Schutz personenbezogener Daten.