Coalition for Better Ads (CfBA) – Lieber “Bad Ads” Blocker statt ganzheitliche Werbeblocker

Kategorie: Yield Management

Die Coalition for Better Ads ist eine Vereinigung von führenden internationalen Wirtschaftsverbänden und Unternehmen, wie beispielsweise die großen Inserenten Procter & Gamble und Unilever, aber auch von den großen Werbenetzwerken Facebook, Microsoft und Google. Sie alle sind in die digitale Werbeindustrie involviert und haben ein gemeinsames Interesse, die Werbung für alle zu verbessern.

Viele Internetnutzer fühlen sich immer häufiger von bestimmten Werbeeinblendungen belästigt. Wenn sie auf ihrem Smartphone, Tablet, oder klassisch über ihren Desktop online unterwegs sind, kommen vermehrt Werbeblocker zum Einsatz. Die Coalition for Better Ads hat deshalb in einer ersten Phase Umfragen mit über 25.000 Internet Usern in Nordamerika und Europa durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass besonders die Werbeformate als störend empfunden werden, die den Content unterbrechen, überlappen, automatisch mit Ton starten (Videos) oder das Browsen verlangsamen.

Folgende Anzeigenformen werden gemäß der Ergebnisse für Desktop und Mobile als besonders störend empfunden.

Desktop Web:

Desktop

Mobile Web:

Mobile

Basierend auf diesen Ergebnissen plant Google Anfang 2018 selbst einen Adblocker in den Chrome-Browser zu integrieren, der den User nur vor zuvor definierten “Bad Ads” bewahren soll – inklusive Google Ads. Andere, userfreundliche Werbeformate können weiter ausgespielt werden. Deshalb bezeichnet Google dieses Feature eher als Filter statt als Blocker. Diese Maßnahmen sollen den aktuellen Trend bremsen, dass immer mehr Internetnutzer verstärkt mit Werbeblockern surfen, die nahezu keine Werbeauslieferung zulassen. Die werbefinanzierte Bereitstellung von Internetinhalten wird sonst zunehmend durch Einnahmeausfälle unter Druck gesetzt werden. Inhalte im Internet kostenfrei zur Verfügung zu stellen, was derzeit noch durch die Werbeeinnahmen realisierbar ist, würde aufgrund wenig akzeptierter Alternativen kaum möglich sein.

Kritiker befürchten allerdings, dass dieses Vorhaben Google zu viel Macht in der digitalen Werbeindustrie verleihen wird. Auch deshalb soll es in der Vereinigung eine unabhängige Stelle geben, durch die entschieden wird, was genau “Bad Ads” sind und welche entfernt oder aus dem Internet verbannt werden müssen. Dabei soll kein Unternehmen die volle Entscheidungsgewalt haben.

Das allein genügt manchen allerdings nicht, denn beispielsweise gibt der BVDW zu bedenken, dass die benannten “Bad Ads” generell für alle Gültigkeit haben sollen, ohne regionale Unterschiede zu berücksichtigen. Nicht jedes Ad-Format, das von den Nutzern in den USA als extrem störend empfunden wird, muss gleichermaßen auf deutsche oder andere europäische Nutzer wirken. Aus diesem Grund wird zusätzlich ein “European Chapter” vorgeschlagen, statt der bloßen Schaffung eines “Better Ads Experience Program” als zentrales Steuerungsgremium in den USA. Dieses Gremium würde indirekt als Gatekeeper für Online-Werbeformate weltweit agieren, indem es eine zentral gesteuerte Zertifizierung und Kontrolle als Schutz für browserbasiertes Filtern von Werbung einrichten würde, voraussichtlich ohne Berücksichtigung von regionalen Unterschieden. Insofern scheint die Forderung eines “European Chapter” nicht ganz unberechtigt zu sein.

Grundsätzlich kann der “Bad Ads” Blocker aber durchaus als Chance gesehen werden, wieder mehr Akzeptanz bei den Usern bezüglich Onlinewerbung zu schaffen und den Vormarsch der Werbeblockernutzung einzudämmen.

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