Google AMP mit Werbeerlösen monetarisieren

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Kategorie: Yield Management

Ein neues Buzzword mit der Abkürzung „AMP“ geistert seit Monaten durch das Online Marketing Universum. Wofür die Abkürzung AMP steht, was es damit auf sich hat und wie sich mit AMP Werbeerlöse generieren lassen, erklären wir Euch in diesem Artikel.

AMP (Accelerated Mobile Pages – zu deutsch: „beschleunigte mobile Seiten“) ist ein von Google initiiertes und unterstütztes Projekt mit dem Ziel, das mobile Nutzungserlebnis für Internetuser zu optimieren.

Hintergrund des AMP – Projektes

Websitebetreiber & Publisher stehen vor der Herausforderung Antworten auf das geänderte Nutzungsverhalten der Internetuser zu finden. Nicht selten erfolgen heutzutage bereits mehr als 50% der Gesamtzugriffe von Usern auf eine Website über mobile Endgeräte.

„For the first time this summer, more Google searches were completed on mobile devices than desktop computer.“

Amit Singhal, August 2015

Anders gesagt: Die Art und Weise, wie Internetuser Inhalte konsumieren, hat sich stark geändert. Die mobile Nutzung mit Smartphone und Tablet ist durch das geänderte Mediennutzungsverhalten der letzten Jahre regelrecht explodiert. Problem hierbei ist, dass 40% der User bei Aufruf einer mobilen Seite diese sofort wieder verlassen, wenn der Ladevorgang der Mobil-Seite länger als 3 Sekunden dauert.

Schlechte User Experience, kleinere Displayflächen, ein bereits aufgebrauchtes Datenvolumen beim Mobilfunkprovider sind Gründe für eine im Vergleich zu den Desktop-Werbeerlösen schwächere Werbe-Monetarisierung im Mobil-Segment bei vielen Publishern.

Grund genug für den Suchmaschinenriesen Google mit dem „Accelerated Mobile Pages Project“ (AMPP von Google) Lösungen für Publisher zu offerieren, schließlich ist auch der Gigant Google von den wegbrechenden Werbe-Erlösen auf mobilen Endgeräten betroffen.

Versprechen des AMP – Projektes

Google verspricht sich durch AMP-ready-Pages eine „dramatische“ Verbesserung der Ladezeit beim Aufruf von Web-Inhalten per Smartphone oder Tablet durch den Aufbau einer extrem schnellen mobilen Web-Datenautobahn.

Wie soll das funktionieren?

  1. Javascript-Code wird durch einen separaten AMP-iFrame geladen und damit separat zum Content.
  2. Asynchrones Laden: Zuerst wird immer der Inhalt der Seite geladen, andere Elemente wie Werbung ausschließlich via iFrame erst dann nachdem der Content vollständig geladen wurde.
  3. Weitere Seitenelemente werden erst dann geladen wenn sie durch Scrollen in den sichtbaren Bereich gelangen.
  4. Alle Seitenelemente müssen eine einzige fixe Größe zugewiesen bekommen. Vorteil: Beim Seitenload erübrigt sich die Abfrage welche Größe das Element hat.

Tipps & Hinweise zur Monetarisierung von AMP ready Pages

Google hat folgende Leitlinien für Werbeflächen in AMP definiert:

  1. „Users first“
    Wähle Ad-Platzierungen und Ad-Format, die eine optimale User Experience garantieren!
  2. „Faster is better“
    Geschwindigkeit ist die entscheidende Erfolgskomponente. Arbeite mit Werbemitteln, die über eine geringe Dateigröße verfügen („leichte“ Creatives)!
  3. „Beautiful matters“
    Ziel sollte es sein die Ads innovativ & passend in das Mobile-Umfeld zu integrieren!
  4. „Be safe, be secure“
    Alle Werbemittel müssen das https-Protokoll unterstützen!

Empfehlungen zum Start der Werbe-Monetarisierung mit AMP

Seid Euch bewusst, dass es kein perfektes, allgemein gültiges Werbekonzept gibt, welches auf jeder Website gleich gut funktioniert. Vielmehr ist es wichtig zu experimentieren um herauszufinden welche Ad-Formate an welcher Position für User und Advertiser auf der eigenen Seite am besten funktionieren. Dies ist von verschiedensten seitenindividuellen Faktoren abhängig. Es wird nicht empfohlen, lediglich das aktuelle mobile Werbekonzept für AMP zu replizieren.

Setup

AMP-Ads können innerhalb des Element eines AMP-File integriert werden.
Google AdSense könnt ihr beispielsweise auf die folgende Weise einbinden:

AMP Einbindung AdSense

Ein einfaches Image via DFP könnt ihr wie folgt ausliefern:

AMP Einbindung DFP Statischer Banner

AdFormate und AdPlatzierungen

Zum Start wird die Integration von zwei Ads empfohlen, wobei immer nur ein Ad für den User im sichtbaren Bereich platziert sein sollte. Wir würden Euch die Integration eines Small Leaderboards (320x50px) nach dem ersten Absatz und eines Medium Rectangles (300x250px) weiter unten im Artikel empfehlen.

Bewertet die Performance und testet anschließend, ob das Hinzufügen weiterer AdFormate einen Uplift in der monetären Gesamt-Performance der Mobil-Reichweite zur Folge hat.

Interstitials, Expandable-Formate, Flash-Werbemittel oder Nicht-HTTPS-fähige Werbemittel sind für AMP-ready Pages nicht verfügbar. Im Folgenden eine Gesamtübersicht der Möglichkeiten in der AMP-Werbemonetarisierung:

AMP Werbemonetarisierung

Quelle: Ads monetization on AMP pages – Google

IVW misst Google AMP Reichweite

Gute Nachrichten für alle Publisher, die Ihre Reichweiten über die IVW messen. IVW misst ab sofort auch Inhalte die über Google AMP oder Facebook Instant Articles ausgespielt werden. Die Messung der Inhalte beschränkt sich dabei nicht nur auf redaktionelle Artikel – auch Bilderstrecken und Videos werden mitgemessen. Dies ist insofern besonders, da die Inhalte bei Google AMP und Facebook Instant Article direkt bei Google & Facebook gespeichert werden und nicht unter der URL der jeweiligen Website abgerufen werden.

„In der monatlichen IVW-Auswertung wird dann die gemessene Nutzung Ihrer über AMP und Instant Articles verbeiteten Inhalte in Summe mit den unter der URL Ihres Angebots ermittelten Nutzungszahlen veröffentlicht.“

Fazit

Die Umstellung auf AMP ist in vielerlei Hinsicht absolut sinnvoll und im Sinne der Gewährleistung einer positiven mobilen User Experience in Zukunft absolut empfehlenswert. Durch AMP kann die Absprungrate der User und der Einsatz von AdBlockern enorm gesenkt und die Seitenladegeschwindigkeit signifikant erhöht werden. Dies hat einen wertvollen Impact auf relevante SEO-Kriterien mit dem Effekt einer besseren Positionierung in den SERPS sowie einem daraus resultierenden zu erwartenden Traffic-Anstieg.

Weiterführende Informationen zum AMP-Projekt erhaltet ihr hier:

Getting started with AMP: https://www.ampproject.org/docs/get_started/about-amp.html
Learn more | AMP Hangouts on Air: https://plus.google.com/events/cfn8fnt47j09qs7d3t0l7rqmjr0
GitHub: https://github.com/ampproject/amphtml/

Einen Gastkommentar unseres CEO Schahab Hosseiny über die Bedeutung von Googles AMP für Verlage findet ihr zudem auf internetworld.de

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