Google Penalties gegen Linknetzwerke

Kategorie: Suchmaschinenoptimierung


Google Penalties gegen Linknetzwerke

Seit Monaten verhängt Google Penalties gegen Linknetzwerke. Die Frequenz der Abstrafungen nimmt dabei deutlich spürbar zu. Hatte man im vergangenen Jahr in der Regel noch einige Monate Abstand zwischen der Abstrafung eines größeren Netzwerkes, werden jetzt annähernd im wöchentlichen Turnus Netzwerke in verschiedenen Ländern durch Google adressiert.

Dabei ist eine klare Strategieänderung durch den Suchmaschinenbetreiber zu erkennen. Seit 2012 hatte man mit dem Penguin Update versucht, schlechte Links von Guten automatisch durch den Algorithmus zu differenzieren. Jetzt attackiert man (zusätzlich) Linknetzwerke, die massiv Links (die PageRank abgeben) an ihre Kunden verkaufen. Dabei wurden in den vergangenen Wochen einerseits offene Portale in den Fokus genommen, die über ihre Webpräsenz an verschiedenste Kunden Links verkaufen. Andererseits wurden auch, im Grunde geschlossene Netzwerke adressiert, die beispielsweise von Agenturen aufgebaut wurden, um darüber Links auf die Websites Ihrer Kunden zu setzen.

Was ist ein Linknetzwerk?

Im Zusammenhang mit den Abstrafungen durch Google gegen Linknetzwerke sollte man zunächst eine Differenzierung treffen. Der Suchmaschinenbetreiber versucht hier einerseits sogenannte bezahlte Blog Netzwerke aus dem Index zu entfernen und Links von Seiten, die über diese Portale Links verkaufen, nutzlos zu machen.

Blognetzwerke

Der Publisher stellt seine Website für Inhalte zur Verfügung, die er entweder selber erstellt oder durch den Advertiser zugeschickt bekommt. Zeitgleich werden innerhalb des Inhaltes Links platziert. Problematisch wird es, wenn innerhalb dieser Artikel Links enthalten sind, die nicht auf „nofollow“ gesetzt wurden. Diese geben PageRank an die Zielseite ab und stärken somit das Ranking der jeweiligen Ziel-URL. Dieses Vorgehen widerspricht den Qualitätsrichtlinien von Google und wird somit von Google adressiert.

Bei einem Linknetzwerk handelt es sich hingegen allgemein betrachtet um eine beliebige Anzahl an Webseiten, die primär angelegt wurden um Links auf relevante Ziel-URLs abzugeben. Sie dienen in der Regel dem einzigen Zweck, die Links zu verkaufen und die Ziel-Webseiten bewusst zu stärken (es sind also schon Parallelen zu Blog-Netzwerken zu erkennen). Gleichzeitig verlinken sich diese Seiten zum Teil noch untereinander oder sind auf identischen Webspaces geparkt (ähnliche oder sogar identische IP/Class-C). Weiterhin variieren diese künstlich aufgesetzten Websites vom Design nur unmerklich und passen häufig thematisch gar nicht zur eigentlichen Ziel-Website.

Google adressiert aktuell beide Typen: Sowohl Portale, die Publisher und Advertiser zu Artikel/Linkplatzierung zusammenbringen (Beispiel: efamous – März 2014), als auch tatsächliche Linknetzwerke, die beispielsweise über technische Gemeinsamkeiten (IP/Class-C) oder inhaltliche Gemeinsamkeiten (ähnliche Designs/Impressi) identifiziert werden können (Beispiel: Agenturnetzwerk – Februar 2014).

Abstrafungen gegen Linknetzwerke – die letzten 2 Jahre

Nachdem in den letzten Jahren bereits Netzwerke in den USA und Russland abgestraft wurden nimmt Google jetzt insbesondere auch Europa immer stärker ins Visier. Die folgende Timeline gibt einen Überblick über die aktuelle Entwicklung der letzten Wochen und Monate:
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März 2012 – USA – BuildMyRank

Das Blog Netzwerk/ Linknetzwerk buildmyrank.com wird im März 2012 fast vollständig aus dem Google Index entfernt. Dies wird am 19.03.2012 durch das Management bestätigt, woraufhin man sich entschließt den gesamten Service offline zu nehmen. Inzwischen befindet sich unter der URL eine Weiterleitung auf HPBacklinks, die im Grunde das identische Business fortführen, welches 2012 noch zu einer Abstrafung des Netzwerks buildmyrank.com geführt hatte.

 

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Mai 2013 – Russland – SAPE links

Anfang Mai 2013 gibt es – neben den üblichen Gerüchten rund um das Penguin Update – erste Hinweise, dass das, von Russen betriebene, Linknetzwerk SAPE Links abgestraft wurde. Neben dem Netzwerk selbst werden auch die Websites mit harten Sanktionen versehen, deren Webmaster innerhalb des Netzwerkes aktiv waren. Matt Cutts hatte diesen Schritt bereits drei Wochen vorher in einem Tweet angedeutet:

 

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Mai 2013 – USA – Text Link Ads

Nur eine Woche später wird Google erneut gegen ein Linknetzwerk aktiv. Bestätigt wird diese von Matt Cutts am 15.05.2013. Mehrere Tausend Linkverkäufer sollen abgestraft worden sein, die über das Netzwerk Links gekauft oder verkauft hatten, die PageRank abgeben. Zu diesem Zeitpunkt ist noch nicht klar, um welches Netzwerk es sich konkret handelt.

Erst über 2 Wochen später wird bekannt, dass es sich um eines der ältesten und gleichzeitig prominentesten Linknetzwerke im Internet handelt: Text Link Ads.

 

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August/September 2013 – Russland – Ghost Rank 2.0

Im Spätsommer 2013 geht Google erneut gegen ein Untergrund Linknetzwerk vor. In diesem Fall trifft es das russische Netzwerk Ghost Rank 2.0, was von Matt Cutts in seinem Tweet vom 29.08.2013 zwar nur angedeutet wird, aber drei Wochen später im Forum von Black Hat World bestätigt wird (Quelle: http://www.seroundtable.com/).

 

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Dezember 2013 – USA – Anglo Rank

Zum Ende des Jahres 2013 wird der Suchmaschinenbetreiber im Rahmen seiner Penalties gegen Linknetzwerke erneut aktiv. In seinem Tweet vom 06.12.2013 spricht Matt Cutts das Anglo Rank explizit an. Websitebetreiber, die innerhalb des Netzwerks aktiv waren, erhielten Hinweise zu manuellen Abstrafungen in den Google Webmaster Tools.

 

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Januar 2014 – Frankreich – Buzzea

Am 29.01.2014 bestätigt Matt Cutts weitere Maßnahmen gegen ein Linknetzwerk in Europa. In diesem Fall trifft es das französische Linknetzwerk Buzzea. Die Inhaber sahen sich daraufhin gezwungen, das Netzwerk einzustellen und die Website aus dem Netz zu nehmen.

Gleichzeitig kündigt er an, dass erste Maßnahmen in Deutschland nicht mehr lange auf sich warten lassen werden.

 

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Februar 2014 – Deutschland – Agentur Netzwerk

Nur eine Woche nachdem Google Maßnahmen gegen deutsche Linknetzwerke angekündigt hat, bestätigt Matt Cutts die Abstrafung eines deutschen Agenturnetzwerkes.

Das konkrete Netzwerk oder die konkrete Agentur nennt er hier nicht, wobei beispielsweise in einer Case Study der Link Research Tools relativ zeitgleich ein scharfer Einbruch der organischen Sichtbarkeit von Hugo Boss festgestellt werden konnte.

 

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Februar 2014 – Polen – 2 große Linknetzwerke

Ende Februar 2014 wird Google dann erneut gegen Linknetzwerk in Europa aktiv. In diesem Fall trifft es Polen. Am 24.02.2014 bestätigt Matt Cutts, dass zwei polnische Linknetzwerke abgestraft wurden.

Ein polnischer SEO-Kollege Bartosz Góralewicz kann dies nicht vollständig bestätigen. In seiner zeitnahen Analyse der vier großen polnischen Linknetzwerken kann er keine vollständige Deindexierung eines der Netzwerke feststellen. Viel mehr wurden alle Netzwerke zu einem gewissen Grad getroffen, aber keines der Netzwerke wurde wirklich empfindlich abgestraft.

 

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März 2014 – Deutschland – Agentur Netzwerk und efamous

Nachdem Google bereits Anfang Februar ein deutsches Agenturnetzwerk abgestraft und weitere Schritte ankündigt hatte, veröffentlicht Matt Cutts am 14.03.2014 einen weiteren Tweet, indem er die Abstrafung eines weiteren Agenturnetzwerkes und eines Linknetzwerkes bekannt gibt. Hier nennt er die Berliner Firma efamous namentlich, während er die Agentur ungenannt lässt.

 

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März 2014 – Italien & Spanien – Unbekannt

Parallel zur Abstrafung in Deutschland werden Linknetzwerke in Italien und Spanien abgestraft.

 

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März 2014 – USA – MyBlogGuest.com

Nur einige Tage nach den massiven Abstrafungen in Deutschland, Spanien und Italien gibt Matt Cutts weitere Maßnahmen gegen ein großes Guest Blogging Netzwerk bekannt.

Bereits im Januar 2014 hatte Cutts in einem Beitrag auf seinem Blog veröffentlicht, dass Guest Blogging inzwischen zu „Spammy“ geworden ist und in 2014 nicht mehr aus SEO-Absichten betrieben werden sollte.

„Okay, I’m calling it: if you’re using guest blogging as a way to gain links in 2014, you should probably stop.“

Cutts nennt in seinem Tweet zwar nicht, welches Guest Blogging Netzwerk es konkret getroffen hat, nur einige Stunden später bestätigt die Inhaberin des Netzwerkes „MyBlogGuest“ allerdings die Abstrafung durch Google.

Neben der Abstrafung des Netzwerkes selbst trifft es hier nicht nur die Websites, die von den gesetzten Links profitiert haben, sondern auch die Blogs, die die Gastbeiträge gehosted haben.

 

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März 2014 – Griechenland – Unbekannt

Nachdem Matt Cutts auf die Frage eines Webmaster mit “ah, you noticed the action in Greece?“ antwortet, wird bekannt, dass Google auch in Griechenland aktiv geworden ist.

Unklar ist noch, ob es sich um vereinzelte Abstrafungen handelt oder ein populäres Linknetzwerk in Griechenland adressiert wurde.

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April 2014 – Japan – Sieben Linknetzwerke

Google setzt den Kampf gegen Linknetzwerk auf internationaler Ebene fort. Matt Cutts bestätigt, dass in den letzten Monaten insgesamt sieben verschiedene Linknetzwerke in Japan ausgehebelt wurden.

 

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Konsequenzen der Abstrafung eines Linknetzwerks

Wenn Google ein Linknetzwerk abstraft, dann bedeutet das keineswegs, dass ausschließlich das Linknetzwerk selbst abgestraft wird. In der Regel trifft es alle Inhaber von Websites, die innerhalb des jeweiligen Netzwerkes aktiv waren.

  • Das Netzwerk selbst wird abgestraft.
  • Das Ranking der Websites von Linkverkäufern wird unter Umständen zurückgestuft.
  • Der PageRank (PR) der Websites der Linkverkäufer wird zurückgestuft.
  • Linkverkäufer erhalten unter Umständen einen manuellen Hinweis in den Google Webmaster Tools (GWT) über unnatürlich ausgehende Links.
  • Websites, die Links aus den Netzwerken gekauft haben, werden unter Umständen / bei massiver Nutzung abgestraft und erhalten in den GWT einen Hinweis über unnatürlich eingehende Links.

Problematisch kann es für Nachrichtenseiten werden. Parallel zu den Google Aktivitäten in Deutschland Anfang März scheinen eine Reihe an deutschen Tageszeitungen eine PageRank Penalty erhalten zu haben. Bastian Grimm zeigt einige Veränderungen in seinem Blog Beitrag auf.

In diesem Kontext ist es für Tageszeitungen wichtig zu beachten, dass eine Abstrafung durch Google über die GWT nach den Quality Guidelines auch einen Ausschluss aus Google News zur Folge hat. Dies trifft Tageszeitungen natürlich empfindlich.

Der SEO-Zug fährt für Linknetzwerke langsam ab

Search Engine Optimization Zug

Der SEO Zug fährt für Linknetzwerke ab

Die Suchmaschinenbetreiber indexieren neue Inhalte und Links inzwischen in rasanter Geschwindigkeit. Google & Co. können sehr genau feststellen, welche Seiten gerade Linkaufbau betreiben und welche nicht. Gleichzeitig haben Sie natürlich auch ein reges Interesse daran Linknetzwerke auszuhebeln.

Wenn es früher als Betreiber eines Linknetzwerkes ausreichend war die Seiten technisch (durch z.B. die IP-Adressen) und inhaltlich (durch unterschiedliche Impressi, kein Duplicate Content) voneinander zu trennen, wird es bereits seit längerem notwendig, diese auch nach temporären Gesichtspunkten zu trennen. Google sieht ganz exakt, wann eine Website verstärkt Links bucht (beispielsweise zu Monatsanfang, da eventuell neues Budget verfügbar ist) oder eine Website verstärkt externe Links platziert.

Keiner sollte sich noch der Illusion hingeben, dass Google nicht längst den Großteil der weltweiten Linknetzwerke kennt oder identifizieren kann, wenn notwendig. Der einzige Grund, warum Linknetzwerke noch funktionieren ist, dass eine Abstrafung bzw. eine Adressierung der dort tätigen Websites innerhalb des Algorithmus einen erheblichen Einfluss hätte und höchstwahrscheinlich zu schlechteren Suchergebnissen führen würde. Wäre es möglich ein Linknetzwerk abzustrafen und gleichzeitig die Qualität der Suchergebnisse beizubehalten oder vielleicht sogar zu verbessern, dann wird Google das jeweilige Netzwerk entsprechend in den Fokus nehmen.

Nachdem die Adressierung von qualitativ minderwertigen Links innerhalb des Penguin Updates nur zu einem Teilerfolg geführt hat, wechselt Google jetzt die Strategie. Es werden medienwirksam große Link- und Blognetzwerke abgestraft um eine allgemeine Umdenke bei SEOs und Websiteinhabern zu forcieren. Der Kauf und Verkauf von Links soll weiter reduziert werden, indem man den Aktiven immer wieder ins Bewusstsein ruft, dass ein Verstoß gegen die Qualitätsrichtlinien von Google die Abstrafung der eigenen Website zur Folge haben kann. Dies wird durch die erhöhte Frequentierung der Abstrafungen von Linknetzwerken und die Zunahme der Tweets von Matt Cutts zu diesem Thema offensichtlich.