PPC Rockets: Online Marketing Trends 2018 – Diese Themen beschäftigen uns

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Kategorie: Online Marketing, PPC Rockets

Jedes Jahr lassen sich im Online Marketing neue Trends festlegen, an denen kein Advertiser vorbeikommt. Die Stichworte Programmatic und Native Advertising waren im letzten Jahr so präsent, dass man sich einfach damit auseinandersetzen musste. Auch dürfte kein Online Marketer abstreiten können, dass wir inzwischen in der Mobile Only-Welt angekommen sind. Wir wollen euch hier unsere Top 5 Online Marketing-Trends für 2018 vorstellen.

EU-Datenschutzgrundverordnung und ePrivacy-Verordnung - Was ändert sich für Ihre Werbemaßnahmen?

In den verschiedensten Bereichen wird das Thema Datenschutz schon seit mehreren Jahren diskutiert und besonders im Bereich Internet und Werbung treffen Werbetreibende immer wieder auf Komplikationen.

Nachdem 1995 mit der Richtlinie für den Umgang mit personenbezogenen Daten  die ersten Schritte zum Datenschutz in die Wege geleitet wurden, bemängelten Kritiker, dass die darin enthaltenen Richtlinien keineswegs einheitlich angewendet werden.

Auf Grundlage dessen wurde 2016 die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verabschiedet, die gewährleisten soll, dass innerhalb der EU gleichartig gehandelt wird. Im Gegensatz zur Richtlinie muss die neue Verordnung unabdinglich und in vollem Umfang in allen EU-Ländern umgesetzt werden.

Ab dem 25. Mai 2018 soll die neue Europäische Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) dann offiziell gelten und mit ihr folgt auch zugleich die EU-ePrivacy-Verordnung.

Die genauen Artikel der Verordnung beziehungsweise die Änderungen zur einst beschlossenen Richtlinie können Sie auf der offiziellen Seite des DSGVO nachlesen.

Lediglich auf die ePrivacy-Verordnung möchten wir noch einmal genauer eingehen, da uns diese als Advertiser direkt betreffen wird.

Was hat es mit der ePrivacy-Verordnung auf sich?

Die in diesem Jahr in Kraft tretende ePrivacy-Verodnung beruht auf der bereits in 2009 eingeführten ePrivacy-Richtlinie und der ergänzenden Cookie-Richtlinie.

Demnach sollen Besucher einer Website nur mit deren ausdrücklicher Zustimmung online verfolgt werden dürfen, weshalb bereits einige Website-Anbieter beim Besuch der Seite das Einverständnis der User zur Cookie-Nutzung abfragen. Das ist aber noch längst nicht übergreifend der Fall, da die zuvor geltende Richtlinie nicht in nationales Recht befördert wurde.

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Die Cookie-Richtlinie wird zur offiziellen ePrivacy-Verordnung (Quelle: MLL News)

Mit der neuen ePrivacy-Verordnung würde dies nun verbindlich werden. Doch was bedeutet das für Unternehmen und Advertiser?

Seit Monaten kritisieren Verbände und Lobbyisten die Umsetzung der ePrivacy-Verordnung in Hinblick auf die Ausschaltung von Cookies. Demnach würden jegliche userbasierten Ausrichtungskriterien für die Eingrenzung von Zielgruppen und Targeting eingestellt werden.

Der Geschäftsführer der Organisation der Mediaagenturen (OMG) Klaus-Peter Schulz äußerte sich dazu: „Damit reduzieren sich die Möglichkeiten, dem Verbraucher relevante Botschaften auszuspielen und ihn nicht mit Werbung nach dem Gießkannenprinzip zu nerven“.

Was heißt das aber für unsere Kampagnen auf Google, Facebook & Co.? Die OMG prophezeit Werbebudget-Kürzungen von Unternehmen und damit auch Umsatzeinbußen des deutschen Werbemarkts von rund 30 Prozent.

Im Gegenzug würden innerhalb der gekürzten Budgets die Ausgaben für Google, Facebook, Amazon und Co. großzügiger verteilt werden, da diese durch ihre geschlossenen Login-Systeme auch zukünftig die genaue Aussteuerung gewährleisten können.

Welche Konsequenzen die Verordnungen letztendlich tragen, werden wir im Frühjahr bzw. aufgrund des noch immer anhaltenden Legislativ-Prozesses auch gegebenenfalls später erfahren.

Was können Sie bisher tun?

Für Ihr Unternehmen ist es wichtig, sich bereits jetzt mit diesem Thema und den entsprechenden notwendigen Maßnahmen zu befassen, da im Falle eines Verstoßes Bußgelder in Höhe von bis zu 4% des weltweiten Jahresumsatzes eines Unternehmens erhoben werden.

Änderungen im Algorithmus - Facebook krempelt den Newsfeed auf

In den News aus Dezember hatten wir euch bereits über die Abstrafung von Engagement Baits auf Facebook berichtet.

Demnach sollen Beiträge, welche die Nutzer zur Interaktion aufgefordert und bisher dadurch große organische Reichweiten erzielt hatten, mit erheblichen Reichweiten-Verlusten und langfristig auch Abstrafungen der Facebook-Seite beschert werden.

Facebook Post_Mark Zuckerberg

Am 11. Januar brachte Mark Zuckerberg diesen Ansatz jetzt zu Ende, indem er veröffentlichte, dass zukünftig der gesamte Newsfeed umgekrempelt wird.

Der Facebook-Chef erklärte, dass der Newsfeed wieder zu dem werden solle, wofür er einst gedacht war: Ein Zusammentreffen mit Familie und Freunden und Plattform für einen gemeinsamen Austausch.

Ich möchte es deutlich machen: Durch diese Änderungen erwarte ich, dass die Zeit, die Leute auf Facebook verbringen sowie einige Indikatoren der Beteiligung zurückgehen werden. Aber ich erwarte auch, dass die Zeit, die sie auf Facebook verbringen, wertvoller sein wird. Und wenn wir das Richtige tun, glaube ich, dass das für unsere Gemeinschaft und langfristig auch für unser Geschäft gut sein wird.

Dass dieser Post zu vielen Unzufriedenheiten und großem Unmut führte ist nicht verwunderlich, zumal die meisten Unternehmen vom Algorithmus-Wechsel offensichtlich nur negativ profitieren werden.

Was heißt das für Ihre Facebook-Seite?

Der Facebook-Algorithmus lässt nur Vermutungen über seine Arbeitsweise anstellen und man kann ihn nicht öffentlich nachvollziehen. Daher werden wir weniger mit großen Ankündigungen und viel mehr mit kleinen und langfristigen Konsequenzen unserer Reichweiten und Newsfeed-Präsenz rechnen müssen.

Facebook äußerte sich unter anderem wie folgt dazu:

Durch diese Updates könnten Reichweite, Video Watch Time und Referral Traffic von Seiten verringert werden. Die Auswirkungen werden von Seite zu Seite unterschiedlich sein – abhängig von Faktoren wie Art der produzierten Inhalte und Interaktion der Menschen mit diesen Inhalten auf Facebook. Seiten, deren Inhalte von den Menschen auf Facebook nicht kommentiert werden und keine Interaktion erfahren, könnten die größte Verringerung bei der Verbreitung ihrer Inhalte sehen. Die Auswirkungen für Seiten, deren Beiträge zu bedeutungsvollen Interaktionen zwischen Freunden führen, werden hingegen geringer sein.

Bereits am 16. Januar wurde eines der größeren Updates für Seiten-Betreiber veröffentlicht. Bisher kamen einige Meldungen von Seiten-Betreibern, die bereits erhebliche Defizite ihrer organischen Reichweiten auf Facebook verzeichnet haben.

Natürlich sind dies alles Diskussionen und Aussagen, die in den ersten Tagen nach der offiziellen Stellungnahme von Mark Zuckerberg für großes Furore sorgen.

Wir empfehlen: Facebook-Strategie schon jetzt im Bereich Content für Posts etc. überdenken und auf plötzliche Änderungen gefasst sein.

Wie sieht es für die bezahlte Reichweite auf Facebook aus? Mit gesponserten Anzeigen und Posts lässt sich die Aussteuerung genau definieren und für den Werbe-Algorithmus wurde noch keine derartige Meldung bekannt gegeben.

Doch gerade deshalb wäre es vermutlich nicht sinnvoll, der organischen Reichweiten-Reduzierung entgegenzutreten, indem jeder Posts beworben wird. Das Entscheidende ist, auch nach Mark Zuckerbergs Aussage, der Mehrwert der Posts für den User, vor allem Diskussionen und Interaktionen mit Freunden und Familie sollen zukünftig positiv bewertet werden.

Wir sind gespannt, wie sich die Änderungen im Algorithmus entwickeln und womöglich auch auf den Algorithmus des Werbe-Bereichs auswirken. Über die nächsten Erkenntnisse halten wir hier selbstverständlich auf dem Laufenden.

Nähe zum Kunden aufbauen durch personalisierte Werbung

Trotz neuer Datenschutzverordnung, die es Advertisern erschwert, ein zielgenaues Targeting mittels Retargeting und Offline-Daten einzusetzen, steht die Nähe zum Kunden auch 2018 noch weiter im Mittelpunkt. Personalisierte Werbung ist jedoch nur dann möglich, wenn das Targeting auch spitz genug ausgerichtet ist. Also, weg geht die Reise zu den generischen Broadmatch-Keywords und den auf möglichst vielen Interessen basierenden Core Audiences auf Facebook.

Stattdessen wollen wir lieber unsere Zielgruppe in Personas einteilen und mit einer eigenen Werbebotschaft adressieren. Denn für uns steht zweifelsfrei fest: Die 48-jährige Mutter zweier Kinder aus Bremen wird sich anders ausdrücken als die 20-jährige Studentin in Köln.

Ok Google... Wie bereite ich mich auf Voice Searches vor?

Voice Searches waren im letzten Jahr schon ein großes Stichwort, keine Frage. Doch mit der Einführung der Home Assistants können wir davon ausgehen, dass der Anteil der Voice Searches dieses Jahr nochmal deutlich ansteigen wird. Auch hier spielt umso mehr die Nähe zum Kunden und vor allem der User Intent eine Rolle, der sich in den Longtail-Keywords deutlich zeigt.

Dass diese Punkte insbesondere für SEO-Maßnahmen hochgradig von Bedeutung sind, dürfte inzwischen jedem klar sein. Doch lassen sich inzwischen auch in den AdWords Suchanfragen-Berichten die “Ok Google”-Anfragen nicht mehr wegdenken. Im SEO unterscheidet man grundlegend zwischen navigationalen, informationalen und transaktionalen User Intents. Da der User seine Anfrage jedoch nicht in Abhängigkeit davon stellt, ob er vorhat auf eine AdWords Anzeige oder ein organisches Suchergebnis zu klicken, müssen wir PPCler uns ebenfalls verstärkt auf diese Kategorien einstellen:

Informational: “Ok Google… Wann wurde das Hotel Vital in Bad Füssing erbaut”

Transaktional: “OK Google… Such mir ein Spa mit Übernachtungen und Wellness Hotel”

Navigational: “OK Google… Die Telefonnummer von dem Hotel Benessere Hotel Aqualux in Bad Salzschlirf”

Was sollten Advertiser in diesem Jahr also beachten hinsichtlich Voice Search? Behalten Sie Ihre Suchanfragen im Blick und bearbeiten Sie Ihr Keyword-Set auch hinsichtlich Longtail-Keywords. Gerade im Bereich eCommerce sollten Advertiser präzise darauf achten, dass der Anteil der informationalen Suchanfragen nicht den Rahmen sprengt.

Artificial Intelligence im Online Marketing

Auch der Bereich Artificial Intelligence wird sich zunehmend im Online Marketing verbreiten. Dabei sind Sprachsteuerung und Smart Home Assistants nur ein Bruchteil dessen, was sich hinter den Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz verbirgt.

Wer sich einmal mit den Algorithmen von Google, Facebook & Co. auseinandergesetzt hat, weiß bereits, dass diese ein Teil von Artificial Intelligence sind, welche uns bereits tagtäglich im Online Marketing begegnen. Suchanfrage und Targeting lassen sich lange nicht mehr einfach so daher sagen. Ein und dieselbe Suchanfrage kann die verschiedensten User Intents innehaben und während wir auf den ersten Blick vielleicht nicht direkt herausfiltern können, welcher das ist, lernt der Google Algorithmus immer mehr dazu und steuert die Suchergebnisse entsprechend des User Intents aus. Ähnlich verhält es sich bei dem Facebook-Algorithmus. Ein und dieselbe Targeting-Einstellung kann letztlich völlig unterschiedliche Personen ansprechen, je nach dem Kampagnenziel (Traffic, Webseitenkäufe, Interaktionen, etc.), welches man zuvor ausgewählt hat.

marketingziel facebook

Je nach ausgewähltem Kampagnenziel filtert der Facebook-Algorithmus innerhalb des festgelegten Targetings genau die User heraus, deren Aktionen am besten zum Kampagnenziel passen

Die Entwicklung von Artificial Intelligence und den neuen Herausforderungen von Online Marketern wird 2018 mit Sicherheit rasant voranschreiten und wir sind gespannt, was neben Smart Bidding, Chatbots & Co. noch auf uns zukommt.

Stay Tuned!


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