SEO-Day 2015 Recap aus Köln

Kategorie: Veranstaltungen

Hallo aus Köln!

Rheinenergie Stadion Panorama Geile Location! Das RheinEnergie Stadion in Köln

Der SEO-Day ist eine der coolsten deutschsprachigen Konferenzen im Bereich der Suchmaschinenoptimierung. Sie findet traditionell in den VIP-Räumlichkeiten des RheinEnergie Stadions – der Spielstätte des 1. FC Köln – statt und wartet mit namhaften Speakern aus der SEO-Szene auf.

 

Der Blick vom VIP Bereich aufs Feld Da bloggen, wo andere Fußball gucken

Mein allgemeiner Eindruck zum SEO-Day 2015 ist, dass viele Inhalte zum SEO-Allgemeinwissen gehörten. Dennoch erweiterten alle Beiträge und Gespräche absolut den Horizont und neben interessanten Sichtweisen ist natürlich immer auch die ein oder andere Neuigkeit dabei.

#1 Die am besten gecrawlte Domain der Welt werden

Bastian Grimm: „Ich halte nichts von XML-Sitemaps und Canonical-Tags.“

Bastian Grimm SEO Day 2015 Bastian Grimm beim SEO Day 2015

Der erste Vortrag des SEO-Day war für mich der von CEO & President Organic Search der Peak Ace AG Bastian Grimm. Bastian hat sich in seinem Vortrag intensiv mit dem Thema Onpage SEO beschäftigt. Dabei lag sein Fokus darauf, die Website für einen Crawler so effizient wie möglich aufzubereiten.

Flache Hierarchien in der Navigation sind dabei besonders entscheidend. Die interne Verlinkung im Allgemeinen bietet oft noch viel Potenzial zur Optimierung.

Weiterhin ging es in Bastians Vortrag um die sinnvolle (De-)Indexierung von unnötigen Seiten und das Zusammenspiel zwischen Robot-Meta-Tag und Robot.txt.

Zu meinem Erstaunen ließ Der CEO von Peak Ace das Publikum außerdem wissen, dass er nicht viel von XML-Sitemaps und Canonical-Tags hält. Eine Sitemap sei sehr pflegeaufwändig und verschlechtere mitunter die Effizienz des Crawl-Budgets durch verlinkte 404 Fehler. Meine Meinung dazu: Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt und wer seine Website liebt, der wartet regelmäßig seine Sitemap. Ab einer gewissen Größe kann das natürlich tatsächlich aufwendig werden.

Zum Thema Canonical-Tags habe ich mich nach seinem Vortrag kurz persönlich mit ihm ausgetauscht. Wir haben uns darauf geeinigt, dass Canonicals bei Filterung und Paginierung natürlich nach wie vor sinnvoll sind. :-) Bastian gab allerdings zu bedenken, dass viele Filtermöglichkeiten oft sehr ineffizient sind und kaum genutzt werden. Ab einer bestimmten Anzahl an Produkten sollte man sich zudem davon entfernten dem User nur 10 Ergebnisse pro Seite anzubieten. Stimmt!

Sehr interessant war der Blick in die Zukunft. Bekanntlich ist der Pagespeed z.B. schon seit geraumer Zeit mindestens ein passives Rankingsignal. Angeblich testet Google aktuell Möglichkeiten, den User bereits auf der SERP auf lange Ladezeiten hinzuweisen, was sich mit Sicherheit auf die Klickrate auswirken wird.

Wer bislang noch nicht mit Breadcrumbs und strukturierten Daten arbeitet, sollte dies möglichst auf seine ToDo-Liste setzen. Angeblich verschwindet die kleine grüne URL-Zeile schon sehr bald aus den Suchergebnissen, sofern diese nicht mit Breadcrumbs ausgezeichnet wird.

 

#2 Mobile Ranking Faktoren 2015

Marcus Tober (Gründer & Geschäftsführer Searchmetrics): „Der Sprachbefehl „Mama anrufen“ funktioniert bei mir nicht.“

Marcus Tober SEO Day 2015 Marcus Tober auf dem SEO Day 2015

Marcus Tober hat in seinem interessanten Vortrag die Ranking Signale und das User verhalten auf mobilen Geräten mit denen auf dem Desktop PC verglichen. Dabei hat er anhand einiger Beispiele sehr anschaulich klargestellt, dass diese sich zum Teil sehr stark unterscheiden und es eine erstaunlich geringe Schnittmenge gibt.

Das Thema Backlinks besitzt im mobilen Bereich beispielsweise kaum Relevanz. Das ist auch absolut logisch, wenn man sich das „Teil-Verhalten“ über mobile Endgeräte vor Augen führt. Das begrenzt sich quasi voll und ganz auf soziale Netzwerke und Messenger. Ein weiterer Punkt sind eigene Website-Versionen für mobile Browser mit Subdomains ähnlich m.beispiel.de. Mit einem korrekt gesetzten Alternate-Tag von der Desktop-Version wirkt sich der Backlink theoretisch zwar auch auf die mobile Version aus, einen direkten Backink wird diese aber im Normalfall wohl kaum erhalten. Interne Links haben laut Tober allerdings nach wie vor großen Einfluss.

Ein weiterer Unterschied ist, dass User beim Surfen mit mobilen Endgeräten deutlich ungeduldiger sind und ihre Infos möglichst auf einen Blick visuell dargestellt bekommen möchten. Daher sollte man sich an folgende Richtlinien halten:

  • ungeordnete Listen statt langer Texte
  • weniger interaktive Elemente wie Links etc.
  • viele Bilder
  • Semantische Content Optimierung

Auch die Suchvolumina unterscheiden sich eklatant zwischen den Geräteklassen. Das hat Marcus sehr amüsant an dem Beispiel „Mama anrufen“ deutlich gemacht. Da es sich ganz offensichtlich um einen Sprachbefehl handelt, ist es natürlich nicht verwunderlich, dass dieses Suchwort auf ein beträchtliches Suchvolumen hat, welches natürlich zu ca. 99% über mobile Endgeräte generiert wird. Für Tober funktioniert der Sprachbefehl allerdings nicht. Als Berliner gibr es bei Ihm nur „Mutti“ – demzufolge funktioniert natürlich nur der Sprachbefehl „Mutti anrufen“.

Zu guter Letzt hat der Searchmetrics Gründer noch seine Prognose für die kommenden Enwicklungen kund getan. Zum einen sterbe das Keyword zumindest im mobilen Bereich aus. Zum einen werde das Einbeziehen in den Meta-Angaben weniger relevant und zum anderen kommt es bei deutlich weniger Text absolut gesehen natürlich auch deutlich seltener im Content vor. Umso entscheidender wird es also, dem Besucher ein möglichst positives Erlebnis zu bescheren.

Außerdem werde das Thema App-Indexing mit großen Schritten auf uns zukommen. Hier soll sich laut Tober bereits bis zum nächsten SEO-Day jede Menge tun.

 

#3 Nutzerzentrierter Content & SEO-Benefits

Marcel Kollmar: Leiter SEO & Content Marketing bei OTTO und Simpsons Fan

Sehr kurzweilig hat der Hamburger die wichtigsten Kriterien für ein auf den Benutzer zugeschnittenes Content Marketing in 30 Minuten zusammengefasst. Als eingefleischter SEO durften die Visualisierungen mithilfe von Simpsons Bildern natürlich nicht fehlen.

Ganz wichtig sei es, vom Kunden aus zu denken und dadurch relevante Inhalte zu schaffen, die einen Mehrwert bilden. Dabei gilt: Qualität geht über den Preis. Die Basis dafür sei ein detailliertes Briefing, das keine Fragen offen lässt. Infolgedessen komme es auf eine gute Textstrukturierung an, wobei Text allein natürlich nicht mehr Zeitgemäß ist. Um nachhaltig Mehrwerte für potenzielle Kunden zu liefern gehe kein Weg an multimedialem Content vorbei. Marcel betonte auch nochmal die Wichtigkeit von mobil-geeignetem Content und nahm dabei Bezug auf seinen Vorredner Marcus Tober.

 

#4 International SEO

Siwen Zhang über Efeututen und Granatäpfel

Siwen Zhang SEO Day 2015 Siwen Zhang beim SEO Day 2015

Die Teamleaderin SEO Consulting bei explido hatte eine Umfangreiche SEO-Weltreise im Gepäck und gab jeweils einen Deepdive zu den beiden Märten, an die sich nicht jeder europäische SEO heranwagt: China und Russland.

Während Googles Suchmaschine fast überall auf der Welt klarer Marktführer ist, ist dies in den beiden Ländern nicht der Fall. In China hat die Suchmaschine Baidu einen Marktwert von ca. 60%. Selbiges gilt für Yandex in Russland. Beiden Suchmaschinen ist Google noch ein Stück voraus, wodurch auch die Ranking-Faktoren sich noch relativ deutlich unterscheiden. Die Anzahl der Stakeholder bei einer internationalen SEO Strategie steigt dadurch natürlich erheblich.

Neben der allgemeinen Infos und spannenden Fakten – wie beispielsweise die Namen für die Algorithmus-Updates von Baidu: Das Efeututen Update als Pendant zum Pinguin und das Granatapfel Update als Pendant zum Panda – ließ Siwen wissen, welche SEO-Maßnahmen bei den unterschiedlichen Suchmaschinen wie gut funktionieren. Das brauche ich zum Glück nicht verschriftlichen, denn Explido hat es übersichtlich zusammengefasst: http://explido.de/cheatsheet/

Vielen Dank dafür! :-)

 

#5 SEO-Insights mithilfe von Multichannel-Tracking

Jens Brechmann optimiert auf die „Vorbereitung zum Kauf“

Jens Brechmann hat kurz vor der Mittagspause eindrucksvoll dargestellt, wie einfach man mithilfe von gängigen Tools wie Google Analytics, Screaming Frog und den üblichen Sichtbarkeits-Tools wertvolle Erkenntnisse über die Customer Journey und offene Potenziale gewinnen kann. Brechmann reichert seine Crawling Daten mit den Daten aus Google Analytics an, indem er die Excel-Exporte anhand der Zielseiten migriert. Nachdem trafficstarkte Themenseiten ermittelt werden, die oft zur Vorbereitung zum Kauf dienen, erkennt er so auf einen Blick mögliche Optimierungspotenziale. Cool!

 

Catering SEO-Day 2015 Mittagspause!

 

Es folgen Recaps zu folgenden Highlights:

  • Matthias Hackemann – SEO im Handybereich – Ein Affiliate zeigt wie es geht
  • Matthias Graf – SEO von 0 auf 100 in der Nische
  • Johannes Beus über die Google Search Console
  • Niels Dahnke – SEO Vertriebsstrategien für den Mittelstand
  • Hendrik Unger über den Einfluss von Social Signals
  • Anke Probst – Crawl- und Indexmanagement für sehr große Seiten

 

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