SEO Weekly: Traffic-Einbruch beim Wall Street Journal und Expedia, Googles neues Tool für lästige Anzeigen und der neue Design-Test der mobilen Suche

Kategorie: SEO Weekly

Diese Woche berichten wir in unserem SEO Weekly Wochenrückblick über die Folgen des Ausstiegs aus dem First Click Free Programs beim Wall Street Journal, der neue Design-Test der mobilen Suche, den Traffic Einbruch bei Expedia und das Ad Experience Report Tool von Google, welches nervige Anzeigen identifiziert.

Traffic Einbruch beim Wall Street Journal

Nach dem Ausstieg des Wall Street Journals aus dem First Click Free Programs im Februar ist der Traffic um 44% gefallen.

First Click Free ermöglicht Google-Besuchern die Paywall zu umgehen, indem sie drei Artikel kostenlos lesen können. Man könnte es somit auch “Three Clicks Free” nennen. Verlage, die sich an diesem Modell beteiligen schieben Nutzern somit nach dem dritten “Artikelklick” die Bezahlschranke vor, womit der vierte Artikel kostenpflichtig werden würde.

Wenn ein Verlag sich an dem Programm nicht beteiligt, darf und kann Google die veröffentlichten Artikel nicht vollständig indexieren. Dies hat zur Folge, dass diese Artikel möglicherweise seltener ausgespielt werden, da sie nicht allen Themen zugeordnet werden können. Das schadet dem Google-Traffic.

Außerdem taucht bei Verlagen, die sich nicht am Programm beteiligen, eine Abonnement-Anweisungen in Klammern neben den Artikeln auf, wenn dieser im Bereich News bei Google ausgespielt wird. Dies kann durchaus abschreckend auf Nutzer wirken und sie davon abhalten, den Beitrag anzuklicken.

Abonnement Wall Street Journal

Der Hinweis auf ein Abonnement wird jedoch nicht angezeigt, wenn der News-Artikel in der regulären Google-Suche ausgespielt wird.

kein hinweis auf abonnement des wsj

Das Wall Street Journal scheint über den Umstand des Traffic Einbruchs durchaus verärgert zu sein. Suzi Watford, die Marketing-Chefin, äußerte sich in einem Interview wie folgt:

“Any site like ours automatically doesn’t get the visibility in search that a free site would. … You are definitely being discriminated against as a paid news site.”

Schlussendlich ist es wichtig zu erwähnen, dass das WSJ trotz des Traffic Einsturzes das vierfache an Abonnement-Abschlüssen erzielen konnte.

Expedia verliert erneut an Sichtbarkeit

Ein Déjà-vu für Expedia. Der Fluganbieter verliert seit letzter Woche deutlich an Sichtbarkeit. Insbesondere das gesamte Verzeichnis /flights/ ist davon betroffen. Im Jahre 2014 war dies schon einmal der Fall. Dies wirft die Frage auf, ob es sich um eine wiederholte Google Penalty oder um ein technisches SEO Problem handelt.

sichtbarkeit expedia

Anfang des Jahres 2014 erlitt Expedia einen Einfall ihrer Sichtbarkeit um 30%.

Damals handelte es sich um einen unnatürlichen Linkaufbau, beidem tausend Links von WordPress Seiten zu SEO Zwecken erzeugt wurden.

Bartosz Góralewicz hat sich den aktuellen Einbruch genauer angeschaut und kommt zu dem Schluss, dass es sich dieses mal nicht um eine Link basierte Google Penalty handelt, sondern strukturelle Probleme auf der Seite den Einsturz der Sichtbarkeit verursacht haben.

Seine Analyse ergab, dass der Fluganbieter höchstwahrscheinlich an der URL-Struktur gearbeitet und diese abgeändert hat. Die alte URL ist jedoch immer noch indexiert (zumindest bei Bing, Yahoo und AOL). Eine mögliche Ursache für den Traffic-Einsturz. Auch der Blick auf onpage.org und die Wayback Machine zeigen, dass die URL-Weiterleitungen noch Optimierungsbedarf haben.

expedia weiterleitungen

Google stellt Tool zur Identifizierung lästigen Anzeigen vor

Google hat ein Tool für Publisher veröffentlicht welches Ihnen ermöglicht herauszufinden, wie lästig und aufdringlich die Anzeigen auf Ihrer Website sind.  Das Tool mit dem Namen Ad Experience Report ermittelt, inwieweit eine Seite die “Better Ad Standards” einhält und stuft die Anzeige dementsprechend ein.

Durch Screenshots und Videos wird im Report genau aufgezeigt, welche Anzeigen als lästig gelten, um Seitenbetreibern das Handeln zu vereinfachen.

Zudem plant Google seinen Feldzug gegen aufdringliche Ads auszuweiten. 2018 ist geplant, dass die störenden Anzeigen von Google Chrome automatisch geblockt und nicht ausgespielt werden.

chrome-ad-block-werbung

Eine weitere Maßnahme soll noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Diese nennt sich “Funding Check”. Publisher können ihren Nutzern die Option bieten, eine Gebühr zu zahlen, um sich alle Anzeigen auf einer Website ausblenden zu lassen. “Funding Check” richtet sich demnach gegen Ad Blocker und soll Publishern gleichzeitig eine Einnahmemöglichkeit bieten.

Google testet neues Design der mobilen Websuche

Googles Designer testen fleißig an einem neuen Design in der mobilen Websuche. Diesmal läuft es auf eine Änderung der Farbgestaltung hinaus. Die aktuellen Design-Tests zeigen, dass es sich nicht nur um wenige Pixel, sondern gleich um ganze Farbänderungen handeln soll.

Änderungen in der mobilen Suche

Das Bild verdeutlicht, wie gravierend die Änderungen ausfallen könnten:

  • Die vorher dunkelblauen Links sind jetzt wesentlich heller.
  • Gleiches gilt für den Text im Snippet, der nun grau anstelle von schwarz ist. Zudem scheint es, als das mehr von der Description angezeigt wird als vorher.
  • Eine weitere Veränderung ist die Farbe und die Darstellung der URL. Aktuell wird die URL direkt unter dem Link in grün ausgespielt. Dies könnte sich bald insoweit wandeln, als dass die URL in einem dezenten schwarz über dem Suchergebnis dargestellt wird.
  • Auch das Design der einzelnen Karten ist abgeändert. Die Ecken sind abgerundet und heben sich somit besser vom Hintergrund ab.
  • Beim Hintergrund setzt eine weitere Neuerung ein. Dieser ist insgesamt heller gehalten.
  • In der rechten oberen Ecke ist etwas ganz Neues aufgetaucht. Die vier bunten Punkte weisen auf eine Integration des Google-Assistant hin.

Es ist erst wenige Wochen her, dass die mobile Suche testweise in Schwarz-Weiß ausgespielt worden ist. Die Farbwelt wurde nun nochmal abgewandelt, der grundlegende Aufbau der SERP ist dem dem vorherigen Test jedoch sehr ähnlich. Dies könnte dafür sprechen, dass Google mit diesem Aufbau weiter arbeiten und testen wird. 

Die Testversionen sind nur für wenig Nutzer sichtbar, was dafür spricht, dass derzeit wohl in kleinen Gruppen getestet wird.

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