SEO Weekly: Penguin 4.0. released und unser Wochenrückblick der KW 39

Autor:
Kategorie: SEO Weekly

Diese Woche berichten wir in unserem SEO Weekly Wochenrückblick insbesondere von dem Penguin 4 Release, dem 18. Geburtstag von Google und der fehlerhaften Auslieferung von AMP Ergebnissen über den Desktop.

Release von Googles Penguin 4 Update

Bereits im Januar wurde das Panda Update in den Core Algorithmus aufgenommen, welches seither kontinuierlich ausrollt und für stetige und ununterbrochene Aktualisierungen des “Panda-Signals” führt. Am vergangenen Freitag, den 23.09.2016, wurde nach zwei Jahren der Wartezeit, daran anschließend das Penguin Update aktualisiert und ebenfalls in den Core Algorithmus aufgenommen. Dieses lang angekündigte Update erfolgt nun in Echtzeit.

Das 2012 veröffentlichte Penguin Update des Google Algorithmus richtet sich seither gegen zu sehr optimierte Websites, die unter anderem durch Link Spamming in Erscheinung treten. Ziel von Penguin war und ist es, die Manipulation von Ergebnissen und Rankings zu verhindern und die Qualität einer Site besser zu bewerten. Damit geht Penguin Hand in Hand mit dem 2011 veröffentlichten Panda-Update, das sich insbesondere gegen Websites von minderer Qualität und schlechtem Content richtete.

Das Penguin 4.0 Update soll insbesondere Linkspam bekämpfen. Während es vor dem Update im Jahr 2012 noch problemlos möglich war bis zu 30% der Links im Linktext mit einem bestimmten Money-Keyword zu füllen, wurden Websites mit diesem Prinzip nach Penguin abgestraft. Aufgrund der Anchortexte wurden unnatürliche Linkprofile enttarnt und abgewertet. Auch Webmaster, die ihre Fehler erkannten und es aus Penguin heraus schafften, rankten nach ihrem Fehltritt nie mehr so gut wie zuvor. Dies liegt unter anderem daran, dass im Rahmen der Penguin Behandlung – je nach Umfang des Linkspams – große Teile des Linkprofils entwertet werden mussten. Selbst nach dem Entfernen der Links mussten Webmaster bis zum nächsten Penguin Update warten, um eine Erholung der Rankings sehen zu können. Im Fall von Penguin 3.0 auf 4.0 konnte dies bis zu 2 Jahre dauern.

Haben Sie Fragen? Fragen Sie uns! Hier klicken

Penguin Update - das sind die wesentlichen Änderungen

Das Penguin Update bringt 2 wesentliche Änderungen mit sich:

  1. Das Penguin Update wird im Core Algorithmus integriert und erfolgt in Echtzeit
  2. Das Penguin Update wird granularer

Penguin 4.0 Update in Echtzeit

Das neueste Penguin Update hat zur Folge, dass jede Änderung auf der eigenen Site vom Crawler in Echtzeit erkannt und eingestuft wird ohne lange Wartezeiten. Es ist außerdem möglich, einen Fetch und Render in der Search Console oder Sitemap auszulösen, um den Googlebot auf die eigene Seite zu lenken. Das ermöglicht Webmastern mit Abstrafungen sich in wesentlich kürzerer Zeit aus der Abstrafung zu befreien. Dafür ist es neben dem “Anpingen” der abgestraften Seite bzw. des abgestraften Verzeichnisses selbst notwendig auch alle Links, die im Zuge der Penguin Behandlung durch den Webmaster entwertet wurden, durch den GoogleBot besuchen zu lassen. Zu diesem Zweck bietet sich ein Tool der LinkResearchTools an, welches für ein beschleunigtes Recrawling der über den Disavow-File entwerteten Links führt: Der sogenannte Link Detox Boost.

Andererseits können Webmaster so auch schneller Abstrafungen Ihrer Website erhalten. Diese Veränderung könnte in den nächsten Tagen und Wochen einst abgestrafte Seiten in der Google Suche höher ranken lassen, da sowohl Panda wie auch Penguin dauerhaft im Core Algorithmus laufen. Dadurch hat auch die Zeit der großen Updates seitens Google vorerst ein Ende, da die Veränderungen ununterbrochen stattfinden werden.

Das hat den Vorteil, dass Webmaster nun die Grenzen ihrer Site austesten können und sich bei Abstrafungen schneller wieder retten können. Des Weiteren merkt Google an, dass das Penguin-Update nur eines von mehr als 200 Signalen ist, das für das Ranking einer Website verantwortlich ist.

Penguin 4.0 ist granularer

Das Penguin Update greift zudem nun auf Einzelseitenebene. Das bedeutet, dass nicht mehr eine ganze Internetpräsenz von einer Abstrafung betroffen sein muss, sondern auch einzelne Seiten einer Domain oder einzelne Abschnitte vom GoogleBot als solche erfasst und berücksichtigt werden.

Des Weiteren sind die Penguin-Auswirkungen jetzt granularer und reagieren spezifischer auf Spam, wie Google auf seinem offiziellen Blog verkündete.

Penguin wirkt sich jetzt auf Spam aus, indem das Ranking basierend auf Spamsignalen angepasst wird, statt das Ranking der gesamten Website zu betreffen.

Das Update vom 23.09.2016 greift also deutlich spezifischer und kann sehr granular bewerten, ob zum Beispiel nur bestimmte Teilbereiche einer Website mit übermäßigem Backlinkaufbau optimiert wurden oder die ganze Website betroffen ist. Somit kann Penguin 4.0 ganze Websites, aber auch einzelne Verzeichnisse, Seiten, Keyword-Gruppen oder sogar Keywords betreffen, während andere Bereiche weiterhin gut ranken. Demnach sind auch deutlich detailliertere Analysen notwendig, sobald eine Website vom Penguin Update betroffen ist, um die tatsächliche Ursache der Abstrafung zu identifizieren.

Penguin Update entwertet Links, anstatt Websites abzustrafen

Gary Illyes gab unter einem Facebook-Post zu verstehen, dass manuelle Eingriffe durch das Team auch bei Penguin 4.0 noch immer erfolgen, versucht ein Webmaster systematisch den Spam-Signalen zu entgehen. In diesem Fall erwartet den Webmaster eine härtere Maßnahme als es durch den regulären Algorithmus geschehen wäre.

Darüber hinaus enthält dieser Facebook Post eine weitere sehr interessante Information:
Google Penguin 4.0 bestraft demzufolge zwar keine vollständigen Internetauftritte mehr, ignoriert und entwertet jedoch die Spam-Links – und dies deutlich granularer und in Echtzeit.

Penguin Recoveries rollen seit dem 28. September 2016 aus

Google-Mitarbeiter Gary Illyes kündigte auf seinem Twitterprofil an, dass der Teil des Penguin 4.0 Algorithmus, der zur Erholung von Websites, die durch das Penguin 3.0 abgestraft wurden, führen kann, nun ausrollt. Demzufolge kann die Wiedergewinnung der Rankings noch einige Tage oder Wochen in Anspruch nehmen. Webmaster betroffener Sites sollten nichtsdestotrotz schon bald Veränderungen feststellen dürfen, sollten sie die notwendigen Schritte zur Verbesserung ihres Link-Profils vorgenommen haben.

Die Wiederherstellung der Rankings von Websites, die vom Penguin 3.0 betroffen sind, erfolgt somit erst in den nächsten Tagen und Wochen, sofern das Linkprofil entsprechend bereinigt wurde.

 Kommentar von Michael Möller – Team Lead SEO der MSO Digital:

michael-moeller

Michael Möller – Team Lead SEO zum Penguin 4.0 Update

Das Penguin Update 4.0 ist nach fast 2 Jahren Wartezeit endlich released. Signifikante Effekte lassen sich aber bisher kaum erkennen. Dies wird wahrscheinlich am Rollout liegen, der nicht an einem fixen Tag erfolgt, sondern über mehrere Tage und Wochen durchgeführt wird.

 

Was hat sich also konkret verändert? Im Grunde bringt das Update zwei große Änderungen mit sich: Zum einen wurde der Penguin Filter jetzt im Core-Algorithmus integriert, wodurch Websites in Echtzeit beim Crawling beziehungsweise bei der Reindexierung bewertet werden. Das hat zur Folge, dass Websites nicht mehr zu einem fixen Zeitpunkt in eine Penalty laufen beziehungsweise aus selbiger entlassen werden, sondern das beim Crawling und der Reindexierung der Seiten jederzeit sowohl Gefahr als auch Potential für eine Veränderung der Rankings besteht. Google hat die beiden großen Updates der letzten Jahre – Panda und Penguin – in diesem Jahr im Core-Algorithmus integriert, weshalb es zukünftig (zumindest für diese Updates) keine domainübergreifenden, eindeutigen Einbrüche bzw. Gewinne an Rankings zu einem fixen Zeitpunkt mehr geben wird.

 

Zum anderen soll das Update wohl deutlich granularer werden. Google wird also spezifischer feststellen können, ob zum Beispiel nur ein Teilbereich einer Website oder nur ein bestimmtes Keyword von unnatürlichem Linkaufbau und Linkspam betroffen ist oder ob die gesamte Website durch unnatürliches Linkbuilding auffällt. Beide Änderungen sorgen dafür, dass es jetzt noch aufwendiger wird eine Penguin Penalty festzustellen und eine noch detaillierte Analyse notwendig werden wird um mögliche Effekte zu identifizieren.
Die Integration in den Core-Algorithmus, beziehungsweise der Rollout des Updates, ist dabei wohl nach wie vor nicht vollständig abgeschlossen. Erst am Mittwoch hat Gary Illyes bestätigt, dass das Update in drei Schritten erfolgt und die Recovery der vom Penguin 3.0 betroffenen Websites in den nächsten Tagen und Wochen sichtbar werden dürfte.

 

Insbesondere seine Aussage zum Thema “Entwertung von Links” sorgt für Verwirrung. Wenn die Links, die durch das Penguin 4.0 Update als unnatürlich bewertet werden, nur noch als “entwertet” (“devalued”) gekennzeichnet werden und keinen direkten negativen Einfluss in Form einer Herabsetzung der Rankings (“demoted”) mehr besitzen, wird dies möglicherweise die Spammer zurück auf den Plan rufen. Wenn der negative Effekt von Spamlinks nicht mehr greift und diese durch Penguin 4.0 nur noch entwertet werden, dann hält dies niemanden mehr davon ab exzessiv Links aufzubauen und darauf zu hoffen, dass vielleicht doch der ein oder andere gute Link dabei ist, der positiven Effekt hat. Die minderwertigen Links werden ja maximal entwertet, weshalb auch das Disavow-Tool für die Behandlung von Penguin Abstrafungen obsolet werden würde. Lediglich für die Behandlung von manuellen Maßnahmen im Rahmen des Reconsideration Requests wäre es weiterhin nutzbar. Ich gehe daher davon aus, dass die Aussage von Gary Illyes nicht korrekt ist und Google hier nochmal zurückrudern wird. Wäre ja nicht das erste Mal.

 

Wir werden sehen, wie sich der Einfluss des Updates in den nächsten Tagen und Wochen zeigen wird. Aktuell ist in jedem Fall keine übermäßige Fluktuation in den SERPs sichtbar.

Google wird 18 Jahre alt

Endlich erwachsen! Google feierte am 27. September offiziell seinen 18. Geburtstag. Seit Jahren schmückt an diesem Tag ein Doodle die Startseite der Suchmaschine. Auch dieses Jahr machte Google keine Ausnahme und hatte sich etwas ganz besonderes überlegt:

Geburtstagsdoodle

Quelle: http://www.googlewatchblog.de/2016/09/google-doodle-geburtstag-endlich/

Zu sehen war ein großes “G”, das mit vielen Ballons und Konfetti seine Geburtstagsparty zelebrierte. Dabei blies es einen grünen Ballon auf, der kurzzeitig die Buchstaben “oogle” formte, woraufhin “G”-”oogle” aus der Animation entschwebte.

Trotz der bewährten Doodle-Tradition am 27. September jeden Jahres, ist die Frage noch Googles echtem Geburtstag immer noch nicht richtig geklärt worden. So ging die Suchmaschine am 07. September 1998 Online, doch das Unternehmen “Google Inc.” existierte zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Das Unternehmen wurde zwar am 04. September 1998 gegründet, die Gründung wurde jedoch erst am 27. September 1998 endgültig abgeschlossen. Demzufolge hat die Suchmaschine direkt dreimal im Jahr Geburtstag. So oder so gilt der Suchmaschine ein herzliches: Happy Birthday!

Haben Sie Fragen? Fragen Sie uns! Hier klicken

Google zeigt AMP Ergebnisse auf dem Desktop

Wie wir bereits in unserem SEO Weekly Blogartikel der 38. Kalenderwoche berichteten, liefert Google seit Kurzem AMP in den regulären Suchergebnisse der mobilen Suche aus. Durch ihre Gestaltung haben AMP eine deutlich schnellere Ladezeit als normale Websites und sind speziell für mobile Endgeräte konstruiert worden. Diese Woche trat bei der Implementierung jedoch ein Bug auf, woraufhin die AMP-Icons und der AMP-Content auch in den Core Desktop Ergebnissen zu sehen waren. Ashley postete dazu auf Twitter:

Zwar konnten die AMP Ergebnisse die regulären Suchergebnisse ersetzen, doch die Ansicht von AMP Ergebnissen über den Desktop ist nicht beabsichtigt. Laut Malte Ubl sei das Google-Search Team jedoch bereits dabei, das Problem zu beheben.

Comments
pingbacks / trackbacks