SEO Weekly: “Ask me Anything” mit Gary Illyes, High-Quality-Content und die Zukunft von Strukturierten Daten

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Kategorie: SEO Weekly

Diese Woche berichten wir in unserem SEO Weekly Wochenrückblick über die Insight-Einblicke von Gary Illyes in das Tagesgeschäft von Google, Googles Definition von High-Quality-Content und die zukünftige Entwicklung von Strukturierten Daten und Schema.

Gary Illyes ließ sich bei der SMX East über Google befragen

Unter dem Motto “Ask Me Anything” gab Google Mitarbeiter Gary Illyes bei der SMX East Konferenz gewillten Hörern Auskunft über Motivation Googles, organische Rankings, Featured Snippets sowie den Mobile-First Algorithmus.

OffPage Signale

Seit geraumer Zeit hieß es, dass Google, neben Links, auch auf “andere” OffPage Signale Acht gebe. Gary Illyes erläuterte dazu, dass die Art, wie Menschen eine Site wahrnehmen, zwar das Geschäft beeinflussen, aber nicht zwangsläufig die Art, wie Google eine Site rankt. Dennoch können Erwähnungen auf Third-Partys Sites dabei helfen, das Ranking zu verbessern, da Google auf diese Weise ein besseres Bild davon vermittelt wird, worum es auf der Site geht. Neben Links ist also auch Branding ein wichtiger Aspekt der OffPage Optimierung.

Mobile First, AMP, PWAs und mehr

Gary Illyes gab in einem Gespräch mit den Moderatoren seines Auftritts zu verstehen, dass die Angst vor dem Mobile-First-Index vermutlich größer ist, als es der tatsächliche Impact am Ende sein wird. Dennoch wird Mobile First 2018 eines der Fokusthemen für SEOs sein. Einige Seiten, die den Anforderungen nicht entsprechen, wurden bereits überfahren, stehen aber derzeit noch unter weiterer Beobachtung. Gary Illyes sagte dazu:

“The mobile-first index as a phrase is a new thing, but we have been telling developers to go mobile for seven years. If you have a responsive site, you are pretty much set. But if you have a mobile site, you need to check for content parity and structured data parity between your desktop and mobile pages. You should also check for hreflang tags, and that you’ve also moved all media and images over.”

AMP sollte von Mobile First separat betrachtet werden. Der einzige Impact einer AMP ist die erhöhte Seitengeschwindigkeit. Pflegt ein Webmaster eine Desktop Site und keine mobile Site, hat aber eine AMP Site, wird die Desktop Site indexiert. AMP Sites sind unbedeutend für das Ranking.

Zudem konnte Gary Illyes mitteilen, dass Google derzeit zum rendern Chrome Version 41 benutzt. Webmaster, die PWAs nutzen, deren APIs neuer sind als die von Google zum rendern verwendeten, haben demnach ein Problem. Google arbeite aber bereits daran nachzurüsten.  Benutzt ein ein Webmaster sowohl PWAs wie auch AMP, wird die AMP Site angezeigt.

Auf die Frage, was passieren würde, wenn die von der Mobile-First Website entfernten Elemente Anzeigen sind und ob das die AMP-Version höher ranken lassen würde, antwortet Illyes wie folgt:

“Your site will become faster [by adopting AMP and eliminating these ads]. The “above the fold” algorithm looks at how many ads there are, and if it sees too many, it may not let your site rank as highly as it otherwise might. But when we’re looking at whether sites are ready for the mobile-first index, we’re more concerned about parity regarding content, annotations and structured data than ads.”

Abschließend dazu sagte Illyes, dass AMP Sites von Medienportalen im News Karussell aufgeführt werden können, aber nur, wenn die Autoren Information beim kreieren von AMP Sites nicht entfernt würde.

Search Console

Laut Gary Illyes verläuft die Search Console Beta bei Google gut. Es seien bereits eine signifikante Anzahl an Sites am Testen der Beta. Wann der Release sein wird, stünde aber noch nicht fest. Ob es in der Search Console jedoch jemals Featured Snippet Daten geben würde, ist derzeit auch noch nicht sicher, da auch Google bei dieser Entscheidung sich noch nicht im Einklang ist.

Einfluss von Google Anzeigen auf die User Experience

Während des Vortrags kam die Thematik auf, ob die Google Anzeigen über den organischen Suchergebnissen überhaupt eine gute User Experience ermöglichen würden. Gary Illyes sagte dazu, dass es auch für Anzeigen Qualitätsfaktoren gebe. Des Weiteren würden Google Mitarbeiter sich auch regelmäßig selbst durch diese Anzeigen klicken. Anzeigen Klicks von Google Mitarbeitern verursachen dabei keine Kosten.

Ranking Faktoren und Featured Snippets

Gary Illyes versicherte hoch und heilig, dass die Daten aus Google Analytics nicht für die Suchergebnisrankings verwendet werden. Die Chrome Daten werden in Zukunft eventuell eine wichtigere Rolle spielen. Indirekte Signale, wie Pogosticking, würden – laut Illyes – nur für die QA der Ranking Algorithmen verwendet. Googles Ranking Algorithmus Team, RankBrain, versucht auszumachen, welche Ergebnisse in der Suche besser funktionieren, basierend auf den vergangenen Ergebnissen. RankBrain arbeitet derzeit insbesondere daran, die Relevanz von Featured Snippets zu erhöhen.

Panda und Thin Content

Webmastern, die von dem Panda Update negativ betroffen worden sind, rät Gary Illyes folgendes:

“Panda is part of our core ranking algorithm. I don’t think that anyone in a responsible position at Google thinks of Panda as a penalty. It’s very similar to other parts of the algorithm. It’s a ranking algorithm. If you do something to attempt to rank higher than you should, it basically tries to remove the advantage you got, but not punish you.
Ultimately, you want to have a great site that people love. That is what Google is looking for, and our users look for that, as well. If users leave comments or mention your site on their site and things like that, that will help your ranking.
Pruning does not help with Panda. It’s very likely that you did not get Pandalyzed because of your low-quality content. It’s more about ensuring the content that is actually ranking doesn’t rank higher than it should.”

Schlechte Inhalte einfach rauszulöschen ist laut Illyes jedoch nicht die richtige Lösung, um mit Panda umzugehen. Mit der aktuellen Version des Core Algorithmus funktioniert dies definitiv nicht. Besser sei es, den Content zu verbessern.

Disavow benutzen

Gary Illyes erwähnte des Weiteren, dass er selber den Disavow File seit zwei Jahren nicht verwendet hätte, obwohl er einige schlechte Links auf seinen Seiten habe. Er rät deshalb stark, den Disavow File nicht zu oft zu nutzen, denn das könnte die Rankings innerhalb von Stunden zerstören. Solange Seiten Content haben, der nicht spammy ist, gibt es keinen Grund sie zu disavowen, denn Penguin ignoriert diese Links.

Googles Definition von High-Quality-Content

Um eine gute Platzierung in den Google Suchergebnissen erzielen zu können, ist High-Quality-Content laut Google unerlässlich. Was unter “High-Quality” zu verstehen ist, definiert Google in seinen Guides. Das befolgen dieser Richtlinien in den Guides, hilft dabei, Google davon zu überzeugen, dass es sich um gute Inhalte auf der eigenen Website handelt, was wiederum das Ranking positiv beeinflusst:

Empfehlungen für den Content

  • Der Sprachstil sollte unterhaltend, freundlich und respektvoll sein, ohne übermäßig umgangssprachlich oder leichtfertig zu klingen.
  • Die richtige Rechtschreibung, Grammatik, Interpunktion und Großschreibung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.
  • Kurze und prägnante Sätze machen die Texte leichter verständlich.
  • Linktexte müssen beschreibend sein.
  • Verweise auf andere Websites sollten zuverlässig und seriös sein.
  • Schlagworte und Fachjargon sollten im Bestfall vermieden werden. Ausrufezeichen sollten demnach nur selten benutzt werden.
  • Nummerierte Listen und Aufzählungen helfen den Inhalt zu strukturieren.
  • Tabellen und Listen werten den Content zusätzlich auf, sollten aber nur dann verwendet werden, wenn mehrere Informationsspalten existieren.
  • Es sollten optimierte PNG-Dateien oder SVG-Dateien mit ALT-Text für Bilder verwendet werden.
  • Des Weiteren sollte HTTPS, um Ressourcen wie Bilder, Mediendateien, CSS und Skripts in Ihre Seiten einzubetten, benutzt werden.
  • Die Seite selbst sollte mit HTML strukturiert werden und mit CSS, um sie visuell zu gestalten.

Google möchte sich in der Zukunft auf Strukturierte Daten und Schema verlassen

Wie aus dem Recap von der SMX East mit dem “Ask me anything” von Gary Illyes deutlich wurde, möchte Google nicht länger von Webmastern und Publishern abhängig sein, die ihr HTML mit Schema und Strukturierten Daten auszeichnen, damit Google vollständig verstehen kann, dass es sich um eine Rezension handelt, um ein Vorschaubild oder den Autor eines Artikels.

Bezüglich Schema äußerte sich Gary Illyes, dass er glücklicher ohne wäre, es derzeit aber nicht ohne gehen würde:

“I want to live in a world where schema is not that important, but currently, we need it. If a team at Google recommends it, you probably should make use of it, as schema helps us understand the content on the page, and it is used in certain search features.”

Schema wird derzeit für die Rich Snippets verwendet. In Zukunft sollen die Algorithmen jedoch ohne der Daten aus Schema arbeiten können. Hierbei spielt Machine Learning eine große Rolle.

Google erkennt mittlerweile bereits teilweise, wenn Schema ausgenutzt wird und belogen wird, doch bislang macht Schema es den Algorithmen leichter, die Inhalte im Internet zu verstehen. Auf Dauer möchte Google jedoch eine Alternative finden. Dies wird vermutlich innerhalb der nächsten Jahre geschehen.


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