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ChatGPT – Mehr als nur der nächste Hype

Autor

Andreas Stermann
Andreas Stermann

ChatGPT – ein Hype, der sich durch alle Branchen zieht. In diesem Artikel zeigen wir Dir, welche Herausforderungen, aber auch Chancen aus dem Tool entstehen und wie Du sie künftig nutzen kannst.

Fragt man Digitalexpert:innen nach ihrer Einschätzung zu den wichtigsten Themen für die kommende Zeit, erhält man seit Jahren die gleichen Antworten – Cloud-Computing, Big Data, Machine Learning, KI. Doch scheint die künstliche Intelligenz, zumindest für die meisten von uns, ein utopisches Konstrukt zu sein, mit dem sich nachfolgende Generationen irgendwann in ferner Zukunft beschäftigen müssen.

Dabei ist künstliche Intelligenz längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Chatbots, Inhalts-Empfehlungen auf Websites, Gesichtserkennung auf dem Smartphone und natürlich Suchmaschinen. Denn ja, auch Google und Co. basieren auf künstlicher Intelligenz. Doch meistens nehmen wir die einzelnen Anwendungen hin und freuen uns über erleichterte Prozesse oder passgenaue Empfehlungen.

Mit ChatGPT tritt nun erstmals eine Anwendung auf den Plan, welche es geschafft hat, einer breiten Masse die Fähigkeiten eines KI-basierten Chatbots zu demonstrieren. Anwender:innen können sich eigenständig von den vielen verschiedenen Möglichkeiten überzeugen. Der Erfolg basiert dabei auf zwei einfachen Prinzipien – Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit.

chatgpt

Bevor wir weiter auf diese zwei Prinzipien eingehen und so den Hype um ChatGPT ein wenig besser verstehen können, wollen wir zunächst einen Blick auf das Konzept der künstlichen Intelligenz als solches werfen.

Was ist künstliche Intelligenz überhaupt?

Bereits bei der Definition von Intelligenz herrscht allgemein kein Konsens. Neben philosophischen Ansätzen sind es vor allem die psychologischen Definitionen, die den Begriff heute in den meisten Köpfen prägen. So verbinden wir mit Intelligenz meist die kognitive Fähigkeit zur Lösung von Problemen, sprachlicher, logischer, mathematischer oder sinnorientierter Natur.

Künstliche Intelligenz kann nun als der Versuch verstanden werden, bestimmte menschliche Entscheidungsstrukturen zum Zwecke der Automatisierung von Prozessen nachzubilden. Doch auch hier gehen die Definitionen oftmals verschiedene Wege. Während die Microsoft Corp. darunter Technologien versteht, die die menschlichen Fähigkeiten im Sehen, Hören, Analysieren, Entscheiden und Handeln ergänzen und zu stärken versucht, geht der Bitkom e.V. von der Prämisse aus, künstliche Intelligenz sei die Eigenschaft eines IT-Systems, menschenähnliche intelligente Verhaltensweisen zu zeigen.

Das Europäische Parlament hat in seiner Definition des Begriffs zudem auch das Imitieren der menschlichen Kreativität als eine Fähigkeit integriert.
Generell gilt es jedoch zu unterscheiden, wenn man von KI und Machine Learning spricht.

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Quelle: Datasolut – eigene Darstellung

Im Falle des nun gehypten ChatGPT kann hier also von einer Technologie aus dem Bereich Deep Learning gesprochen werden.

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Was ist ChatGPT und warum dieser Hype?

KI-basierte Technologien sind uns nicht neu und auch Anwendungen aus dem Deep Learning gibt es bereits seit geraumer Zeit. Warum also jetzt dieser Hype? Um dem auf die Spur zu kommen, müssen wir uns mit den zwei zuvor angesprochenen Prinzipien von ChatGPT befassen, der Benutzerfreundlichkeit und der Funktionalität.

Beginnen wir bei der Benutzerfreundlichkeit. ChatGPT ist im Grund ein Chatbot, der auf Eingaben des Users über eine Schnittstelle reagiert und entsprechend dieser Anfrage eine passende Antwort liefert. Erstellt wurde dieser von dem amerikanischen unternehmen OpenAI, an dem unter anderem Microsoft und Elon Musk beteiligt sind.

Am 30. November 2022 wurde ChatGPT gelauncht und konnte innerhalb von nur 5 Tagen mehr als eine Million Nutzer:innen verbuchen. Der Grund: User mussten sich einfach mit einer E-Mail Adresse anmelden und konnten das Tool kostenlos nutzen. Die Bedienung bedarf keinerlei Erklärung. Es gibt ein Eingabefeld, in dem man seine Befehle schreibt. Drückt man Enter, startet der Bot seine Ausgabe. Das wars.

Soweit so gut. Doch der Hype entstand aus den gelieferten Ergebnissen des Bots. Dieser gab präzise Antworten auf so gut wie jede Frage und das in einer flüssigen und korrekten Sprache. Die Texte, die der Bot ausgibt sind so gut geschrieben, dass man sich nur schwer vorstellen kann, eine Maschine fungiert hier also Autor.

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Funktionsweise ChatGPT

Nun war die Entdecker-Stimmung ausgebrochen und Anwender:innen rund um den Globus suchten in den folgenden Monaten nach immer weiteren Anwendungsmöglichkeiten. ChatGPT, bis hierher noch eine Open-Beta-Version, wurde auf Herz und Nieren getestet. Jeden Tag eine neue Meldung zu neuen spektakulären Ergebnissen, die der Bot lieferte.

Angefangen bei individuellen Ernährungsplänen, über HTML-Codes für ein Tic-Tac-Toe-Spiel, bis hin zu bestandenen Medizinprüfungen an US-Colleges, schien ChatGPT keine Grenzen zu haben. Die Funktionalität dieser Anwendung war und ist so gewaltig, dass so gut wie jeder User seinen Nutzen aus dem Bot ziehen kann. Und genau dieses Zusammenspiel aus der kostenlosen und einfachen Nutzung sowie den präzisen und schier unendlichen Anwendungsmöglichkeiten ist es, dass dieses Release zu etwas besonderem macht.

Anwendungsbereich von ChatGPT im Online Marketing

Auch wir sind von der Praktikabilität des Chatbots beeindruckt und haben nach diversen Möglichkeiten gesucht, uns dieses Tool zu Nutze zu machen. Gerade wiederkehrende kognitive Prozesse können von ChatGPT übernommen werden. Das schafft mehr Raum und Zeit für kreative Arbeiten.

Ein wichtiges Feld im Bereich des Online Marketings sind SEO-gerechte Blogartikel. Um diese zu schreiben bedarf es einer ausführlichen Recherche im Vorfeld, das Evaluieren und Sammeln von relevanten Keywords und einer detaillierten Struktur des Textaufbaus. Hinzu kommt natürlich das finale Schreiben des Artikels. Genau dabei kann ChatGPT enorm gut unterstützen. Einzelne fachliche Textblöcke zu vorgegebenen Themen erledigt der Bot ohne weiteres.

Weitere Vorteile von ChatGPT

  • Natürliche Sprachverarbeitung: ChatGPT verfügt über fortschrittliche Technologien für die Verarbeitung natürlicher Sprache, was es Benutzer:innen ermöglicht, in einer natürlichen Art und Weise mit ihm zu kommunizieren.
  • Skalierbarkeit und Verfügbarkeit: ChatGPT ist in der Lage, tausende von Anfragen gleichzeitig zu bearbeiten, wodurch eine hohe Verfügbarkeit und Skalierbarkeit gewährleistet wird.
  • Flexibilität: ChatGPT kann für eine Vielzahl von Anwendungsbereichen eingesetzt werden, einschließlich Kundenservice, Informationsbeschaffung und Unterhaltung.
  • 24/7 Verfügbarkeit: Da es ein AI-basierter Chatbot ist, ist ChatGPT jederzeit verfügbar und arbeitet ohne Pause oder Unterbrechung.
  • Kosteneffizienz: Im Vergleich zu traditionellen Kundenservice-Teams kann ChatGPT eine kosteneffiziente Lösung sein, da es keine Lohn- und Gehaltskosten hat und jederzeit verfügbar ist.
  • Personalisierte Interaktion: ChatGPT verfügt über Fähigkeiten zur Personalisierung von Interaktionen, die auf den Bedürfnissen und Vorlieben der Benutzer:innen basieren.

Diese Aufzählung von Vorteilen etwa, wurde 1 zu 1 von ChatGPT verfasst. Dazu haben wir den Bot einfach gefragt: “Was sind die wichtigsten Vorteile von ChatGPT?” und haben eben jene Antwort erhalten. Das allein ist schon bemerkenswert. Doch der Bot kann deutlich mehr. Vielmehr.

Wir haben den ChatGPT gebeten, eben jene Vorteile im Stile von Ernest Hemmingway zu verfassen. Nun klingt der Text wie folgt:

Die Vorteile von ChatGPT sind klar:

  • Verarbeitung natürlicher Sprache: ChatGPT versteht die menschliche Sprache wie kaum ein anderer.
  • Skalierbar und verfügbar: ChatGPT kann viele Anfragen gleichzeitig bewältigen, immer bereit, wenn man es braucht.
  • Vielseitigkeit: ChatGPT kann für Kundenservice, Informationsbeschaffung, Unterhaltung und mehr eingesetzt werden.
  • Verfügbarkeit rund um die Uhr: Es schläft nicht, es arbeitet immer, ein wahrer Kamerad.
  • Kosteneffizienz: Billiger als ein menschliches Team, aber genauso zuverlässig.
  • Personalisiert: ChatGPT weiß, was du willst und passt sich deinen Bedürfnissen an.

So einfach und doch so effektiv, ChatGPT ist ein starker Verbündeter in der Kommunikation.

Das Bahnbrechende hinter dem Tool ist letztlich, dass unzählige Daten, auf die der Bot zur Erstellung seines Outputs zugreift, miteinander kombiniert werden können. So entstehen ganz individuelle und neue Texte.

ChatGPT und auch andere KI-basierte Content-Tools entwickeln sich stetig weiter und sind eine hervorragende Unterstützung für Autor:innen. Ersetzen kann ein solcher Bot den Menschen jedoch nicht, vor allem dann, wenn es um individuellen und emotionalen Content geht
Matthias Knobbe
Matthias Knobbe, KI-Experte bei mso digital

Man kann dem Bot eine bestimmte Tonalität als Vorgabe setzen und dieser schreibt, wie ihm befohlen. Es werden also nicht einfach bereits existierende Phrasen wiedergegeben, sondern immer ein ganz neuer Text generiert.

Unser Umgang mit ChatGPT

Auch wir wollen das Tool künftig ausgiebig testen und evaluieren, auf welchen Gebieten Aufgaben an ChatGPT übergeben werden könnten. Dabei gilt es auch herauszufinden, wo ChatGPT an seine Grenzen stößt.

Uns ist es wichtig, transparent aufzuzeigen, an welcher Stelle der Bot zum Einsatz gekommen ist. Wir wollen daher künftig kennzeichnen, bei welchen Artikel auf unserer Website die Hilfe von ChatGPT in Anspruch genommen wurde.

Denn klar ist für uns – wir werden ChatGPT unter keinen Umständen gänzlich das Feld überlassen. Jeglicher Output wird von uns fachlich geprüft und sprachlich angepasst. Uns ist es wichtig, dass Du Dich weiterhin auf die Inhalte auf unserer Website verlassen kannst.

Risiken und Gefahren von ChatGPT

Es ist immer sinnvoll einen Trend aus möglichst vielen Perspektiven zu betrachten. Neben all den Möglichkeiten, die der Chatbot bietet, gilt es auch die kritische Sichtweise auf die Technologie und vor Allem dem Umgang mit dieser zu durchleuchten. Hier fallen gleich mehrere Kritikpunkte auf.

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Datenbasis: Tools wie ChatGPT basieren auf riesigen Datenmengen aus dem Internet. Die Datenbasis kann immer mit Verzerrungen von Realitäten, persönlichen Meinungen und Vorurteilen gespickt sein. Das kann letztlich dazu führen, dass die Aussagen, die der Bot trifft, faktisch falsch sind. Du solltest daher unbedingt prüfen, ob die Informationen, die Du von der KI erhältst korrekt sind.

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Beispiel für die Risiken und Gefahren von ChatGPT

Dieses Beispiel zeigt gleich zwei Probleme auf. Zum einen fehlt es dem Bot oftmals an Aktualität, da die Datenbasis veraltet ist, zum anderen sind die Daten falsch, da der vermeintlich spätere Startzeitpunkt noch vor dem eigentlichen Startdatum liegt.

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Sicherheitsrisiko: Das führt uns direkt zu einem zweiten Problem. Eine KI kann auch missbräuchlich genutzt werden, etwa um gezielt falsche Informationen zu verbreiten. Im Umgang mit einer KI sollten wir uns daher direkt angewöhnen, Inhalte mit einer vertrauenswürdigen Quelle zu überprüfen. So fanden Forscher des Sicherheitsunternehmens WithSecure heraus, wie das GPT-3-Modell dazu eingesetzt werden kann, um Phishing- oder BEC-Betrügereien leichter und erfolgreichen durchzuführen (vgl. csoonline)
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Keine soziale Kompetenz: Der Output einer KI wie ChatGPT kann verblüffend menschlich wirken. In einer aktuellen Studie der Hochschule Aalen mit Unterstützung von rellify kam man zu dem Schluss: KI-augmentierte Inhalte sind besser als rein menschliche. (vgl. rellify) Doch empathisch ist eine KI nicht. So gab es in der Vergangenheit immer wieder Probleme, bei denen eine KI unpassend auf ernstzunehmende psychologische Probleme von Anwender:innen reagierte.
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Rechtsgrundlage fehlt: Bislang ist es noch völlig unklar, wie die Gesetzgebung langfristig auf KI-generierten Content reagiert. Daher solltest Du zwingend Deine Inhalte auf Deiner Website kennzeichnen, wenn eine KI wie ChatGPT daran mitgewirkt hat.

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Rankingverlust: Viele findige Website-Betreiber:innen werden sich nun denken, dass sie mit einem Tool wie ChatGPT für deutlich mehr relevante Keywords ranken können. Gleichzeitig hat Google nochmals die eigene Richtlinie für die Suche unterstrichen und klargemacht, dass Content auch weiterhin nach dem E-E-A-T-Ansatz (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness) bewertet werde. Minderwertiger Content bleibt SPAM, ganz gleich, ob er vom Menschen oder von einer Maschine kommt. Hier findest Du nochmal die Richtlinien von Google, die Du Dir unbedingt durchlesen solltest, bevor Du KI-generierten Content einsetzt.

Fazit: Maschine und Mensch – eine perfekte Symbiose

Es ist wenig hilfreich eine neue Technologie zu verteufeln, vor allem dann, wenn sie unaufhaltsam ist. Die Ludditen haben Anfang des 19. Jdh den Kampf gegen die Maschinen verloren und die industrielle Revolution begann ihren Siegeszug. Auch die KI-Technologie wird diesen antreten. Doch bei aller dystopischer Zukunftsvisionen, sollte man sich auf die tatsächlichen Möglichkeiten konzentrieren und sich der Grenzen von ChatGPT und Co. Bewusst werden.

Ein Tool wie ChatGPT hilft dabei, kognitive Routinearbeiten zu erledigen und verschafft uns so Raum und Zeit für kreativere Prozesse. Genau dies gilt es zu nutzen. Eine KI kann jedoch den Menschen nicht ersetzen. Es bedarf weiterhin einer fundierten Kontrolle des Outputs. Und letztlich entscheidet der Mensch über die Eingabe, was die KI ausgibt. Dies darf nicht vergessen werden.

Info:
Für diesen Artikel haben wir die Unterstützung von dem KI-basierten Sprachtool ChatGPT beansprucht. Ist es Dir aufgefallen? Natürlich werden die Inhalte durch unsere Fachexpert:innen geprüft und verifiziert. Ganz ohne den Menschen geht es dann doch nicht.

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2 Kommentare

  1. Danke! Bislang der beste Artikel, den ich über ChatGPT gelesen habe und mit vielen neuen Ideen und Erkenntnissen gesegnet. Ulrike

    • Hallo Ulrike,
      vielen Dank für Dein positives Feedback. Wir freuen uns sehr, dass wir Dir mit unserem Fachartikel hilfreichen Input liefern konnten!
      Herzliche Grüße,
      Dein mso digital Team.


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