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Google Analytics 4 – die Übersicht zur neuen Version des Analyse Tools

Autor

Adrian Lemme
Adrian Lemme

Web Analysten und Marketer aufgepasst: Mit Google Analytics 4 (GA4) kommt die neue Version des Tracking und Analyse Tools. Sofern vorhanden, werden die App + Web Property nun vereint dargestellt.

Ein Großteil der weltweit aktiven Websites setzt seit jeher auf das kostenfreie Analyse Tool des Suchmaschinenriesen aus Kalifornien. Nun wird die aktuelle Universal Analytics Version um zwei wesentliche Features erweitert: Zum einen liegt der Fokus auf Machine Learning und zum anderen auf maximaler Datenschutzkonformität, um auch in Zeiten ohne Cookie Tracking den Websitebetreibern tiefgründige Analyse- und Optimierungspotenziale zu liefern.

In diesem Artikel stellen wir Dir einmal die neuen Features, auch im Vergleich zu der bisherigen Analytics Version, vor und sprechen Dir unsere Empfehlung zum richtigen Zeitpunkt der Nutzung von Google Analytics 4 aus.

Was ist neu in Google Analytics 4?

Google Analytics 4 bringt so einige Neuerungen mit. Welche genau das sind, zeigen wir Dir in der folgenden Übersicht:

Veränderung des Interface

Google Analytics 4 hat eine neue Hauptnavigationsstruktur. Die herkömmlichen Berichte in UA (Universal Analytics) wurden etwas vereinfacht und fokussierter dargestellt. So stehen nun Lebenszyklus, Nutzer und Ereignisse im Fokus. Unter dem Navigationspunkt Lebenszyklus wurde 1:1 Akquisition aus Universal Analytics übernommen, die zugehörigen Standardberichte müssen jetzt selbst gebaut werden.  Engagement und Bindung entspricht am ehesten dem in UA genutzten Verhalten. Unter Monetarisierung findet sich der E-Commerce Bereich wieder und die Zielgruppen-Analyse findet man zukünftig unter dem Punkt “Nutzer”.
Des Weiteren existiert die Datenansicht in der Form nicht mehr. Die Datenfilterung geschieht nun auf Property-Ebene.

Vorhersage und maschinelles Lernen von Nutzerverhalten wie z. B. Churn Rate (Abwanderungsrate)

Um Analytics-Daten noch zugänglicher und aussagekräftiger zu gestalten, wird nun in GA4 Maschinelles Lernen eingesetzt. GA4 kann automatisierte Erkenntnisse über Bereiche wie Anomalien, unerwartetes Verhalten oder eben die Abwanderungsrate gestalten.
Die Abwanderungsrate ist der prozentuale Anteil Deiner KundInnen, die im untersuchten Zeitraum kündigen bzw. zu Nicht-KundInnen werden. Meist wird dies monatlich oder quartalsweise berechnet, um Trends zu erkennen.

Google Analytics 4 geht nun einen Schritt weiter. Statt eine tatsächliche Abwanderung der letzten Monate zu berechnen, sieht Google Analytics 4 in die Zukunft und prognostiziert eine wahrscheinliche Abwanderung im kommenden Zeitraum. Dies wird auf Basis von Verhaltensmerkmalen wie Wiederkehr, Kaufverhalten und weiteren Faktoren per maschinellem Lernen modelliert.

Echtzeit Analysen

Direkt unterhalb des Menu-Punktes „Startseite” ist der Einstiegsbereich für Echtzeit-Berichte. Dieser unterscheidet sich sehr deutlich zu dem bekannten Bericht aus UA.  In UA sieht man, je nach Bericht, die aktuellen Live-Daten während GA4 die Nutzerdaten der letzten 30 Minuten (und diese auch in Teilen pro Minute) betrachtet. In dem Echtzeit Bericht findest du Antworten auf folgende Fragen:
  • Wie viel NutzerInnen waren in den letzten 30 Minuten auf meiner Seite?
  • Woher kommen die NutzerInnen? Dabei kann die Quelle, das Medium oder die Kampagne betrachtet werden.
  • Wer sind die NutzerInnen? Nach Zielgruppe.
  • Mit welchem Inhalt interagieren die NutzerInnen auf meiner Seite?
  • Welche Ereignisse löst der Nutzer bzw. die Nutzerin aus?
  • Welche Conversions haben die User in den letzten 30 Minuten ausgelöst?

Damit kann nun auch der Erfolg von kurzweiligen Kampagnen bzw. Werbeaktionen  gemessen werden.

Quelle: Google

Neue Tags in GTM und flexiblere Events

Google Analytics 4 Einstellungen werden im GTM nun nicht mehr über eine Variable, sondern über ein Extra Tag abgebildet. Außerdem kann einem Event nicht mehr nur Kategorie, Aktion, Label und Wert mitgegeben werden, sondern beliebige Parameter.

Automatisches Tracking (optimierte Analysen)

Eine wichtige Änderung ist sicherlich, dass viele Metriken nun als Events gemessen werden und nicht mehr als Standard-Interaktion eines Nutzers bzw. einer Nutzerin gelten.

Einige Events, wie Seitenaufrufe, Scrolls, Klicks auf externe Links, Website-Suche, Engagement mit Video und Dateidownloads werden automatisiert beim Einrichten über “Optimierte Analysen” aktiviert. Dafür sind keine Codeänderungen erforderlich. Diese lassen sich bei Bedarf auch deaktivieren.
Google Analytics 4 - optimierte Analysen
Ein neues Feature in Google Analytics 4: Optimierte Analysen

Kostenlose Verknüpfung zu Google BigQuery

Eine Anknüpfung von Analytics Daten an BigQuery konnte bislang nur in Google Analytics 360 stattfinden und war somit nur für Premium Nutzer und Nutzerinnen zugänglich. Seit neustem wird es allen Google Analytics 4 Nutzern und Nutzerinnen möglich sein, Rohereignisse in BigQuery  zu exportieren. Die umfangreichen Datensätze können in BigQuery gespeichert, mit anderen Datenquellen zusammengeführt und abgefragt werden. Dabei entstehen keine Kosten, es sei denn man überschreitet die Sandbox-Limits.

Du hast Fragen zum neuen Google Analytics 4?

Universal Analytics und Google Analytics 4 in der direkten Gegenüberstellung

UA
GA4
Events, Pageviews, Transaktionen, Sozial…
Nur Events (Pageviews sind z. B. auch Events)
Accounts, Properties, Datenansichten
Accounts, Properties
Viele Standardberichte
Weniger Standardberichte, aber es können sehr viele Custom Reports angelegt werden
Absprungraten Metrik
Engagement Rate Metrik (User gilt als „engaged“, wenn sich ein User 10 Sekunden mit einer Seite beschäftigt ODER ein Event auslöst)
Filter möglich (durch Datenansichten)
NOCH keine Filter möglich, aber Daten können gruppiert werden (z. B. nur internen Traffic anzeigen)
Channel Grouping vorhanden
NOCH nicht vorhanden
Integration mit Search Console möglich
NOCH nicht möglich
Events nur mit Kategorie, Aktion, Label, Wert
flexible Events, eigene Parameter
keine automatisch gemessenen Ereignisse
automatisch gemessene Ereignisse
Trichter haben wenig Customization Features
Die Features sind besser anzupassen und performanter/schneller
Zielvorhaben recht kompliziert anzulegen
Zielvorhaben ganz leicht mit Checkboxen zu aktivieren
Enhanced und normales E-Commerce
Nur E-Commerce
DataLayer benutzt „id“ und „currencyCode“
DataLayer benutzt „transaction_id“ und „currency“

So erstellst bzw. verbindest Du die Google Analytics 4 Property

Zuerst solltest Du beachten, dass GA4 noch sehr neu und in der Beta-Phase ist. Die Integration des GTMs steckt noch in den Kinderschuhen und ein gewisses Know-how bezüglich Tagging und dem richtigen Umgang mit dem DataLayer wird vorausgesetzt.

Eine Google Analytics 4 Property erstellen oder verbinden

  1. Als Erstes verwendest Du dafür die Option „Upgrade auf Google Analytics 4″.
  2. Im Anschluss meldest Du Dich in Deinem Analytics Account an.
  3. Klicke nun auf „Verwaltung.
  4. Navigiere zu der Spalte „Konto“, um das Konto auszuwählen, in dem Du die Property erstellen möchtest. Bei lediglich einem Analytics Account, ist dies bereits ausgewählt. Sofern Du mehrere Google Analytics Accounts hast, musst Du hier das gewünschte Konto auswählen.
  5. Nun kannst Du in der Spalte „Property“ die gewünschte Universal Analytics-Property auswählen.
  6. Als letztes brauchst Du nur noch auf „Upgrade auf Google Analytics 4″ zu klicken.

Jetzt kannst Du entweder:

  • eine neue Google Analytics 4-Property erstellen oder
  • eine Verbindung mit einer bestehenden herstellen

Eine neue Property erstellen – in 3 Schritten zur GA4 Property

  1. Als Erstes klickst Du unter „Ich muss eine neue Google Analytics 4-Property erstellen“ auf „Jetzt starten“.
  2. Als Zweites aktivierst Du die Datenerfassung unter Verwendung der vorhandenen Tags (dies setzt voraus, dass Du das gtag.js-Tag auf Deiner Website verwendest). Hinweis: Wenn Du für Deine Universal Analytics-Property benutzerdefinierte Tags eingerichtet hast, werden sie nicht für die Google Analytics 4-Property übernommen. Lies dazu den Artikel „Überlegungen bei der Verwendung verbundener Website-Tags„.
  3. Als dritten und letzten Punkt brauchst Du jetzt nur noch auf „Property erstellen“ klicken.
In Analytics wird jetzt die neue Google Analytics 4-Property erstellt. Dabei werden grundlegende Daten wie der Property-Name, die URL, Zeitzone und Währung aus Deinem Universal Analytics-Konto kopiert. Außerdem werden in Analytics automatisch optimierte Analysen für die Google Analytics 4-Property aktiviert. Du wirst dann zum Setup-Assistenten in Deiner neuen Google Analytics 4-Property weitergeleitet. Dort findest Du die verfügbaren Optionen für die Migration oder Neueinrichtung Deiner Konfigurationseinstellungen.

Eine Verbindung mit einer Property herstellen

Auch die Verbindung mit einer Property ist recht schnell gemacht. Der Vorteil einer Verbindung mit einer Property liegt darin, dass Du zukünftig automatisch von Upgrade Tools profitierst. Diese unterstützen Dich dann bei anderen Konfigurationen.

  1. Du wählst unter „Ich möchte eine Verbindung mit einer vorhandenen Google Analytics 4-Property herstellen“ die gewünschte Property aus.
  2. Nun klickst Du auf „Properties miteinander verbinden“. Das führt dazu, dass in Analytics eine Verbindung zwischen der Universal Analytics- und der Google Analytics 4-Property hergestellt wird.

Zum Abschluss brauchst Du nur noch auf „GA4-Property aufrufen” klicken. Du wirst dann zum Setup-Assistenten in Deiner neuen Google Analytics 4-Property weitergeleitet. Hier findest Du dann die verfügbaren Optionen für die Migration von Konfigurationseinstellungen und für das Tagging.

Quelle: Google

Du benötigst Unterstützung bei der Einrichtung?

Unsere Empfehlung für Dein Business bei der Nutzung von Google Analytics 4

Mit dem neuen Google Analytics 4 stellt Google den Websitebetreibern eine verbesserte Version zur Verfügung. Die genannten Neuerungen und die Umstellung von Universal Analytics auf GA4 sind definitiv spürbar und bedürfen einer gewissen Vorbereitung. Google bringt zudem immer noch das ein oder andere Upgrade ein, was darauf schließen lässt, dass ein jetziger Wechsel zu früh kommt.
Wir empfehlen, zum jetzigen Zeitpunkt weiter mit Universal Analytics zu arbeiten, aber parallel schon mal GA4 zu implementieren.
  • Google empfiehlt bereits jetzt eine GA4 Property anzulegen, um so mehr Daten zu sammeln und zu profitieren. Dem stimmen wir zu, da Du Dich parallel mit den neuen Funktionen vertraut machen kannst und einen reibungslosen Übergang von Universal Analytics zu GA4 hast. Außerdem bist Du bestens vorbereitet, wenn komplett umgestellt wird.
  • Das parallele Tracking erhält die bisherige Struktur und bietet die Möglichkeit, früh Insights in GA4 zu gewinnen.
  • Die Umsetzung eines E-Commerce Setups in GA4 ist (nach unserer bisherigen Erfahrung) nicht ganz so trivial zu lösen. Auch hier empfehlen wir, dass Du Dich von Beginn an mit der neuen Materie direkt vertraut machst.

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Neuigkeiten zum Datenschutz

Zu einem späteren Zeitpunkt könnten laut Russell Ketchum (Head of Product Management für Google Analytics) Einschränkungen durch DSGVO oder EU-Cookie-Law durch Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning korrigiert werden und nicht-personenbezogene Daten wie Gerät, Zeit oder Interaktionstyp durch sogenanntes Modeling zusammengeführt werden.

Der eigens von Google angebotene Consent Mode kann auch ohne Zustimmung zu Cookies gewisse Daten erfassen. So werden zwar ohne Analytics-Zustimmung Seitenaufrufe und Events erfasst, aber komplett anonymisiert und rein auf aggregierter Basis. (Micro)-Conversions oder andere Interaktionen können damit keiner Sitzung und keinem User zugeordnet werden, aber die Information, dass die Interaktion stattgefunden hat, steht in Google Analytics 4 zur Verfügung.

Ob das ganze auch vollständig DSGVO konform ist, solltest Du mit Deinem Datenschutzbeauftragten klären.

Es kann also z. B. gelesen werden, wie viele NutzerInnen über einen Tweet auf die Website kamen, aber nicht was diese dann dort auf der Website weiteres getan haben (z. B. eine Conversion).

Voraussetzung für den Einsatz des Consent Modes ist, dass Tracking- und Marketing Tags über den gtag oder den Google Tag Manager eingebunden sind, denn die Consent Mode API nutzt den DataLayer, um die Informationen zu speichern. Außerdem ist zu sagen, dass der Consent Mode KEIN Ersatz für eine Cookie Management Plattform ist. Im Gegenteil, er funktioniert nur zusammen mit einer CMP.

Du benötigst Unterstützung bei Deinem Web Analytics?

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