Kategorie: Web analytics

Eye Tracking

1 Definition

Eye Tracking ist eine Methode, die die Auswertung der Augenbewegungen eines Probanden oder Kunden ermöglicht. Die Methode ist weitverbreitet in der Forschung (Psychologie) und findet auch in der Usability-Analyse Anwendung. Fixationen, Augenbewegungen und Blickverläufe können dabei genutzt werden, um etwa den Aufbau von Internetseiten oder Apps zu evaluieren.

2 Prinzip

Das grundlegende Prinzip des Eye Tracking besteht darin, die Augenbewegungen eines Probanden mit speziellen Kamerasystemen aufzuzeichnen und in Bezug auf einen Stimulus auszuwerten. Der Stimulus kann dabei beispielsweise ein Internet-Shop sein, der auf seine Barrierefreiheit hin überprüft werden soll. Mittels statistischer Standardisierungsmethoden können Blickverläufe verschiedener Probanden verglichen werden.

3 Konzepte

Beim Eye Tracking werden verschiedene Verhaltensweisen des Probanden unterschieden.

3.1 Fixationen

Bei Fixationen handelt es sich um Verweilmomente des Blicks auf einem bestimmten Punkt. Dies zeigt, welchen Punkten der Proband besondere Aufmerksamkeit widmet.

3.2 Sakkaden

Sakkaden sind schnelle Augenbewegungen. Für gewöhnlich werden Texte oder Bilder nicht als Ganzes, sondern erst in Einzelteilen wahrgenommen und dann im Gehirn zu Gesamteindrücken verarbeitet. Der Begriff Sakkade beschreibt das „Einsammeln“ der Einzeleindrücke, zum Beispiel das Springen zwischen verschiedenen Aufmerksamkeitspunkten in einem Bild. Dieser unbewusste Prozess kann in der Analyse wertvolle Erkenntnisse liefern.

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3.3 Regressionen

Bei Regressionen handelt es sich um das Zurückspringen des Auges auf bestimmte, bereits vorher fixierte Punkte. Wie Sakkaden sind Regressionen unbewusst und können ein Indikator für den Verstehensprozess sein.

4 Technische Umsetzung und Analyse

Beim Eye Tracking kommen verschiedene Aufnahmemethoden zum Einsatz. Mobile Systeme werden auf dem Kopf des Probanden befestigt (Head-mounted Eye Tracker). Sie erlauben dem Probanden höhere Bewegungsfreiheit, so dass komplexere Handlungen wie etwa der Fahrkartenkauf an einem Automaten oder der Gang durch einen Supermarkt analysiert werden können. Weniger flexibel, aber dafür genauer sind Remote Eye Tracker. Diese Systeme werden nicht auf dem Kopf des Probanden befestigt und können in der Usability-Analyse bereits aus einer am Bildschirm befestigten Eye Tracking Kamera bestehen. Kopfbewegungen werden dabei vom System herausgerechnet. Für die primär visuelle Analyse eignen sich Darstellungen des Sakkadenpfads oder Heatmaps.

5 Weitere Informationen und Weblinks

Zahlreiche Unternehmen aus dem Bereich Usability bieten Eye Tracking und Attention Tracking im Allgemeinen an. Um deren Vorgehen verstehen und bewerten zu können, bietet sich der Leitfaden der Nielsen Norman Group (Link: http://media.nngroup.com/media/reports/free/How_to_Conduct_Eyetracking_Studies.pdf) an.